Magdeburg (rs) Die Landeshauptstadt trauert um einen ihrer Ehrenbürger. Ende Mai verstarb Igor Belikow.
Der damalige stationierte Sowjetsoldat hatte mit seinem Mantel am 13. März 1969 dem damals vierjährigen Mädchen Kathrin Lehmann das Leben gerettet, als dieses aus dem 5. Stock des Wohnhauses Wilhelm-Pieck-Allee 24 (heute Ernst-Reuter-Allee) 22 Meter in die Tiefe stürzte.

Belikow hatte das Mädchen am Fenster stehen sehen und geistesgegenwärtig seinen Soldatenmantel aufgespannt, in den das Mädchen fiel.

Mit tiefer Betroffenheit hat die Landeshauptstadt Magdeburg die Nachricht vom Tod Igor Belikows aufgenommen. Nach schriftlichen Informationen der Ukrainischen Botschaft in Berlin verstarb der Magdeburger Ehrenbürger Ende des vergangenen Monats, teilte die Stadtverwaltung mit. "Im Namen der Landeshauptstadt Magdeburg spreche ich den Angehörigen und Freunden Igor Belikows mein aufrichtiges Beileid aus", sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). "Magdeburg trauert nicht nur um einen Lebensretter und Ehrenbürger, sondern um einen Sympathieträger. Der stets bescheidene und freundliche Igor Belikow hatte Magdeburg in sein Herz geschlossen und war gern in unserer Stadt. Wir werden seine lebensrettende Tat niemals vergessen und sein Andenken in Ehren halten."

Einzelheiten zum Todestag und -ort sind der Stadtverwaltung bislang nicht bekannt. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper wird über die Botschaft der Ukraine ein Kondolenzschreiben an die Hinterbliebenen schicken.

Igor Alexejewitsch Belikow wurde am 26. Februar 1941 in Charkow geboren. Er war Jagdflieger, Oberst der sowjetischen Streitkräfte und ab Mitte der 1960er Jahre als Fliegeroffizier bei den sowjetischen Luftstreitkräften in Zerbst stationiert. Während seines Aufenthaltes in Magdeburg war es zu der Rettungsaktion gekommen. Noch heute erinnert am Ort des Geschehens eine Gedenkplatte an Belikow und sein beherztes Eingreifen.

1970 kehrte er in die Sowjetunion zurück, absolvierte die Militärakademie der Luftstreitkräfte "J. A. Gagarin", diente im Kaukasus, auf der Krim, in Afghanistan, im Ural, in der ČSSR und in der Ukraine. Bis 1988 leitete er das Bergungskommando für die aus dem All heimkehrenden sowjetischen Raumschiffe in Kasachstan.

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