Die demokratische Öffentlichkeit gedachte gestern der Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945. Am Nachmittag wurden Kränze auf dem Westfriedhof niedergelegt. Um 21.28 Uhr läuteten die Glocken der Johanniskirche. Zu dieser Stunde vor 67 Jahren begann der Bombenangriff der Alliierten.
Magdeburg l Um 21.28 Uhr begann den Chroniken zufolge der Angriff auf Magdeburg. Er dauerte nur 39 Minuten. Die Folgen waren verheerend. Mehrere Tausend Menschen kamen ums Leben. Von über 106000 Wohnungen wurden über 40000 total, fast 32000 stark zerstört. 220000 Magdeburger wurden obdachlos. In Trümmern lagen 34 Krankenhäuser, 1224 Geschäfte, 1026 Handwerksbetriebe, 130 Fabriken und 15 Kirchen. Neben Köln und Dresden gehörte Magdeburg zu den am stärksten zerstörten deutschen Städten im von den Nazis angezettelten Zweiten Weltkrieg.

Dieser Tag vor 67 Jahren sei "vor allem auch eine Mahnung, faschistischen und rassistischen Brandstiftern und ihren populistischen Parolen nie mehr auch nur einen Fußbreit Raum zu gewähren", erklärte Oberbürgermeister Lutz Trümper gestern Nachmittag in seiner Rede bei der Kranzniederlegung auf dem Westfriedhof. Zugleich wandte er sich entschieden gegen die geschichtsverfälschende und Demokratie-feindliche Propaganda rechter Kräfte.
Weit über hundert Magdeburger hatten sich zuvor zum Schweigemarsch zur Gedenkstätte für die Opfer des 16. Januars eingefunden. Dort verfolgten sie bewegt die Worte des Stadtoberhaupts sowie das Totengedenken von Dieter Steinecke, Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und nahmen Anteil am Gebet des Superintendenten Michael Seils.
Zwei Tage nach dem Bekenntnis auf der Meile der Demokratie setzte die Elbestadt gestern mit dem Gedenken an die nach der ersten Zerstörung 1631 schrecklichste Tragödie erneut Zeichen für Friedenswillen und Demokratie. Ganzjährig ist das Ereignis nach wie vor unlöslich mit dem Alltag vieler Magdeburger verbunden. Im Kulturhistorischen Museum sind der Tag, die Ursachen und die Folgen weiterhin Gegenstand der Arbeit. Selbst nach den Forschungen von Museumschef Matthias Puhle in den USA gebe es immer noch offene Fragen, sagte Karin Grünwald. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin sichtet Publikationen, durchforstet auch das Internet. Von künftigen Forschungen in englischen Archiven - bislang ein schwieriges Unterfangen - verspricht sie sich neue Erkenntnisse. In der Dauerausstellung wird dem 16. Januar und den Hintergründen der Bombenangriffe der Alliierten ein Kapitel gewidmet. Die gegenwärtig laufende Exposition "Magdeburg lebt" zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe für die einst blühende Metropole. Immer wieder treffen auch in der Volksstimme Zeitzeugenberichte ein. Der bislang letzte, von Brigitta Rübke, traf gestern mit dem Stempel 16. Januar 2012 ein (nebenstehender Beitrag).
Am gestrigen 16. Januar selbst fanden traditionell zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Unter dem Motto "Für eine friedliche Welt" wurde im vollen Opernhaus Beethovens 9. Sinfonie aufgeführt. Das Forum Gestaltung führte ab 20 Uhr ein Gedenkkonzert vor Original-Filmdokumenten auf. Der bezeichnende Titel: "Ein wahres Elend, der verdammte Krieg". Zum traditionellen Konzert an der Jehmlich-Orgel hatte das Kloster Unser Lieben Frauen geladen.
Im Dom hatte gegen 21 Uhr das Gedenkgebet begonnen. Um 21.28 Uhr verließen die Teilnehmer die Kathedrale und begaben sich auf den Domplatz. Hier lauschten sie im Gedenken dem mahnenden Glockengeläut vom gotischen Dom, vom Liebfrauenkloster, von der Johanniskirche und von den anderen Kirchen der Stadt.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.
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