Neue Neustadt (pl) l Rund 400 Gegendemonstranten, 100 Polizeibeamte und etwa 20 NPD-Mitglieder und -anhänger trafen gestern auf dem Nicolaiplatz aufeinander. Die NPD hatte eine Kundgebung dort angemeldet, was umgehend das Magdeburger Bündnis gegen Rechts auf den Plan rief. Eigentlich war die Aktion der Rechten für den Rathausplatz angemeldet worden, da dort aber zeitgleich der Wochenmarkt stattfand, wurde das Ganze von Amts wegen in die Neue Neustadt verlegt.

Das Bündnis gegen Rechts schaffte es erneut, alle demokratischen Parteien, zahlreiche politische Gruppen und Gewerkschaften für die Gegendemonstration zu gewinnen. Unter den Teilnehmern waren Vertreter alle Stadtratsfraktionen, die Magdeburger Landtags- und Bundestagsabgeordneten, Kirchenvertreter und Gewerkschaftsgruppen. Die Stadt Magdeburg wurde unter anderem von den Beigeordneten Holger Platz und Dieter Scheidemann vertreten.

Mit Zwischenrufen, Trillerpfeifen und Trommeln schafften es die Gegendemonstranten, die Wortbeiträge der NPD so gut wie unverständlich zu machen. Holger Platz dazu: "Es ist erneut ein deutliches Signal an die Rechten, wenn alle demokratischen Gruppen und Parteien gemeinsam gegen rechtes Gedankengut und rechtsradikale Parteien demonstrieren."

Gegen 17.30 Uhr verließ der NPD-Tross den Nicolaiplatz. Laut Polizei blieb die Situation weitgehend unproblematisch. Zu Gerangel zwischen Gegendemonstranten und der Polizei kam es allerdings, als die Polizei Teile des Gehweges vor dem Platz räumte, um Farbbeutel- und Eierwürfe zu verhindern.