Sachsen-Anhalter schauen in die Röhre Fernsehen – dafür stehen wir früher auf
Magdeburg l Wir können am längsten! Nein, nicht was Sie bestimmt gleich wieder denken. Ich meine natürlich fernsehen.
Ein Marktforschungsinstitut hat ermittelt, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt diesen Winter länger vor der Flimmerkiste saßen als alle anderen. Um genau zu sein: 321 Minuten pro Tag. Im Gesamtschnitt haben die Deutschen gerade mal 247 Minuten geschafft - im Vergleich zu uns nahezu lächerlich.
Für diejenigen, die noch nicht wach genug sind zum Rechnen - oder schlichtweg keine Lust haben: 321 Minuten, das sind knapp fünfeinhalb Stunden. Pi mal Daumen könnte man in dieser Zeit 15 Mal mit Fiffi Gassi gehen, 65 Mal den Müll runterbringen oder getreu der Drei-Minuten-Schrubb-Regel 107 Mal die Zähne putzen.
Um diese Verpflichtungen kommen wir allerdings nicht herum. Denn eine volle Hundeblase verträgt sich nicht mit dem Wohnzimmerteppich, eine Mini-Mülldeponie auf dem Balkon nicht mit den Nachbarn und Mundgeruch im Prinzip mit niemandem.
Da wir Sachsen-Anhalter aber so gern in die Röhre schauen, müssen wir den überdurchschnittlichen Zeitverlust irgendwie ausgleichen. Deshalb haben wir aus der Not eine Strategie entwickelt, die bundesweite Bekanntheit erlangte: Wir stehen früher auf.
Nur leider wurde dieser Zusammenhang noch nicht in die neue Sachsen-Anhalt-Marketingkampagne aufgenommen. Unter der Überschrift "Dafür stehen wir früher auf" wirbt das Land auf Plakaten bisher nur mit Schlagwörtern wie "Präzision", "Neugier" und "Qualität".
Dabei würden sich bestimmt auch Kandidaten finden für "Glotzen".