Magdeburg. Am Donnerstag jährt sich zum 69. Mal die Bombardierung Magdeburgs. Aus diesem Anlass wollen Neonazis aus ganz Deutschland am Sonnabend durch die Stadt marschieren. Als Protest dagegen sind bisher 42 kleine und große Demonstrationen sowie Mahnwachen angekündigt.

Hintergrund der zahlreichen Anmeldungen ist vor allem das Sichern der besten strategischen Plätze in der Stadt, um die Aufmarschroute der Neonazis zu blockieren. Auch diese meldeten sieben Aufmärsche an. Am Ende wird es wie in den Vorjahren vermutlich nur eine Route geben.

Verkehrseinschränkungen in Magdeburg

Die Polizei rechnet mit etwa 1000 Neonazis aus ganz Deutschland. Auch aus der linksextremistischen Szene wird mit einer bundesweiten Anreise gerechnet. "Hamburger Verhältnisse erwarten wir aber nicht", sagte der Gesamteinsatzleiter der Polizei, Tom-Oliver Langhans. Dafür gebe es bisher keine Hinweise. Dennoch werde die Polizei mit rund 2500 Beamten im Einsatz sein. In der Magdeburger Innenstadt ist mit erheblichen Verkehrseinschränkungen zu rechnen.

Die rund 20 Hundertschaften werden aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen. Angefordert sind auch zwei Reiterstaffeln und zwei Wasserwerfer. Die Kosten des Einsatzes dürften sich ersten Schätzungen zufolge zwischen zwei und drei Millionen Euro belaufen.

Die größte Demonstration wird am Sonnabend die vom "Bündnis gegen Rechts" organisierte Meile der Demokratie sein, zu der rund 10.000 Teilnehmer erwartet werden und sich mit 15 "Meilensteinen" über die gesamte Stadt erstrecken soll.