Statistik

Von der Zentralen Aufnahmestelle des Landes Sachsen-Anhalt in Halberstadt werden Flüchtlinge gemäß festgelegten Aufnahmequoten auf Gemeinden im ganzen Bundesland verteilt. Magdeburg nimmt 11,3 Prozent der hier anlandenden Menschen auf.

Das waren in den Jahren:
2006
56 Personen

2007
51 Personen

2008
37 Personen

2009
96 Personen

2010
101 Personen

2011
111 Personen

2012
203 Personen

2013
364 Personen

Neben den aus Halberstadt zugewiesenen Flüchtlingen kamen 2013 noch 35 weitere (z. B. durch landesinterne Umverteilung und Geburten) sowie 8 Aussiedler hinzu, so dass sich die Zahl der insgesamt im Vorjahr in Magdeburg aufgenommenen Menschen auf 407 summiert.

Magdeburg l "Wir geraten in den kommenden Wochen und Monaten unter extremen Druck", räumt Oberbürgermeister Lutz Trümper auf die Frage nach der Situation bei der Flüchtlingsunterbringung in Magdeburg ein. Bereits für heute ist ein kleiner Krisengipfel im Rathaus anberaumt. Trümper will sich mit den beiden zuständigen Beigeordneten Holger Platz (Recht/Ordnung) und Hans-Werner Brüning (Soziales) über Lösungsmöglichkeiten beraten. Die kurzfristige Neueröffnung eines vierten Flüchtlingsheims gilt als unausweichlich; Größenordnung 150 Plätze, Standort unklar.

Über 530 Plätze verfügen die drei bestehenden Gemeinschaftsunterkünfte in Buckau und Rothensee. Noch anno 2011 besiegelte der Stadtrat per Beschluss die Schließung des Objektes in der Buckauer Grusonstraße mangels Auslastung und weil Flüchtlinge zwecks besserer Integration verstärkt in Wohnungen untergebracht werden sollten. Zwar hat die Stadt bzw. haben Flüchtlingsfamilien mit ihrer Unterstützung inzwischen 185 Wohnungen für insgesamt 365 Männer, Frauen und Kinder angemietet (2014 sollen 50 weitere hinzukommen), die Plätze in den Heimen sind dennoch belegt.

Die Zahl der nach Magdeburg zugewiesenen Flüchtlinge ist in den vergangenen Jahren rasant angestiegen; Trend weiter steigend. Seit August 2013 verzeichnet die Stadt eine im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte Flüchtlingszahl - und weiß nicht mehr wohin mit den teils traumatisierten Menschen, unter ihnen viele Kinder. 26 Wohnplätze für Neuankömmlinge hat die Verwaltung bereits ad hoc außerhalb der Einrichtungen bereitgestellt. Sie reichen nicht aus.

Magdeburgerinnen, die in Eigeninitiative und im Ehrenamt Flüchtlingskinder im Buckauer Heim zum Theaterspiel einladen, haben sich mit einem Protestbrief an Rat und Verwaltung gewandt. Räumlich wie personell - Ende Januar laufen zwei Stellen zur Kinderbetreuung aus - seien die Zustände unhaltbar. Trümper räumt ein: "Zum Zustand des Objekts Grusonstraße, da sage ich ganz ehrlich, der ist schrecklich. Es war zur Schließung vorgesehen, deshalb haben wir hier nichts mehr gemacht." Umso mehr herrscht jetzt Handlungsnot.