Magdeburg l Schäfer, deren Tiere vom Wolf überfallen werden, können jetzt eine Neuentwicklung aus Sachsen testen. Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe hat dem Projekt "Wolf Sachsen-Anhalt" drei spezielle Weidezaunnetze gespendet. Sie werden an betroffene Schäfer verliehen, um nach dem Überfall die überlebenden Tiere zu schützen, bis sie ein neues Netz angeschafft haben.

Die Neuheit bietet zwar keinen verbesserten Schutz. Doch die Netze sind leichter aufzubauen als die bisherigen. Denn um Flatterbänder anzubauen - deren Geräusch soll Wölfe abschrecken -, müssen sonst extra hohe Pfähle aufgestellt werden. Diese sind hier bereits integriert. Ein Weidezaunnetz kostet rund 2500 Euro. Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe hofft, dass das Land die Neuentwicklung in seine Förderung aufnimmt, wenn sie sich bei den Schäfern bewährt. Denn für bestimmte Netze schießt es seit kurzem 60 Prozent dazu. Die Chancen stehen gut: "Wenn die Netze unsere Mindeststandards erfüllen, sind sie förderwürdig", sagt Detlef Thiel, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums.

Vor sechs Jahren wurden Hinweise auf das erste sachsen-anhaltische Wolfsrudel entdeckt. Mittlerweile gibt es vier Rudel und ein Einzeltier. Schäfer fürchten wegen der Raubtiere um ihre Herden. Erst im Januar hat ein Wolf drei Schafe im altmärkischen Kenzendorf gerissen. Unterstützung bietet in solchen Fällen das Projekt "Wolf Sachsen-Anhalt" an, das 2013 von der Naturschutzorganisation WWF zusammen mit der Landesreferenzstelle Wolfsschutz ins Leben gerufen wurde.