Halle l Die 4500 Beschäftigten der Uniklinik Halle fordern von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) Auskunft, welche Pläne die Landesregierung mit ihrem Haus hat. Ein offener Brief, den der Personalrat am Freitag veröffentlichte, setzt dem Regierungschef für eine "umfassende Beantwortung" von zehn Fragen eine Frist bis zum kommenden Freitag.

Insbesondere fragen die Mitarbeiter, ob eine der Unikliniken verkauft oder geschlossen werden soll. Auch wollen sie wissen, was das Land auf Bundesebene dafür getan hat, damit sich die Finanzierung verbessert - bundesweit schreiben die meisten Unikliniken rote Zahlen. Haseloff sagte eine Antwort für die kommende Woche zu. "Wir stimmen uns dazu in der Regierung ab", sagte Regierungssprecher Matthias Schuppe.

Drei Ministern steht ein lauter Empfang bevor

Indirekt kritisieren die Klinik-Mitarbeiter Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD), dessen Berater Klaus Teichert den Zustand vor allem der halleschen Uniklinik als desaströs schildert. "Wir wollen uns Tag für Tag für unsere Patienten einsetzen. Mitglieder der Landesregierung reden jedoch unsere Arbeit schlecht und stellen wiederholt die Existenz des Universitätsklinikums in Frage", heißt es in dem Schreiben.

Am Montag wollen die Beschäftigten der Regierung ihren Unmut auch persönlich zeigen: Dann kommen neben Bullerjahn auch die Minister Hartmut Möllring (Wissenschaft, CDU) und Soziales (Norbert Bischoff, SPD) zur Aufsichtsratssitzung. "Wir haben unseren Kollegen empfohlen, ihre Mittagspause zu nutzen, um ihre Meinung kundzutun", sagte Personalratsvorsitzender Hans-Ullrich Spannaus.

Kritik kommt auch von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Deren Präsidentin Simone Heinemann-Meerz wirft dem Finanzminister vor, "Horror-Szenarien" zu zeichnen, jedoch nichts gegen die Misere zu unternehmen. Die drei Minister seien ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen.