Magdeburg l Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will über die Zukunft der hoch defizitären Uni-Kliniken in Halle und Magdeburg noch vor der Sommerpause entscheiden. Das von Hartmut Möllring (CDU) geleitete Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium erarbeite dazu entsprechende Vorschläge. Es werde keine Schließungen geben, versicherte der Regierungschef am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. "Beide Standorte werden weiter Bestand haben."

Zuletzt war ein Gutachten im Auftrag des Finanzministeriums bekanntgeworden. Danach wird das Defizit allein für Halle in diesem Jahr auf 15 Millionen Euro geschätzt. Bis 2018 sollen sogar 75 Millionen Euro auflaufen.

Kooperation auch mit anderen Krankenhäusern

"Alle Beteiligten wissen, dass es einen deutlichen Handlungsbedarf gibt und dass wir unter zeitlichem Druck stehen", sagte Haseloff. Und: "Wir werden bei diesem Prozess alle mitnehmen." In der Regierung werden derzeit zwei Varianten diskutiert - eine Fusion beider Kliniken oder Kooperationen der Uni-Kliniken mit anderen Krankenhäusern in der Region. Haseloff sagte, einerseits müsse es Kooperationen zwischen den Uni-Klinken und den Umland-Krankenhäusern geben. Andererseits sollten auch beide Uni-Klinken zusammenarbeiten.

Auf ein konkretes Modell wollte sich Haseloff nicht festlegen. Er sagte: "Es gibt im Leben nie nur schwarz oder weiß. Es wird Lösungen geben, die in Halle anders aussehen als in Magdeburg." Auch die Bundespolitik sei in der Pflicht, die Rahmenbedingungen für die Uni-Kliniken bundesweit zu verbessern, ergänzte Haseloff. Hintergrund ist, dass die meisten Uni-Kliniken in Deutschland rote Zahlen schreiben.