Magdeburg l Berufsmusiker in Sachsen-Anhalt halten sich in der Regel mit Nebenjobs über Wasser. Das hat eine nicht repräsentative Studie einer Tochterfirma der Universität Halle ergeben, welche die Rock-, Pop- und Jazzlandschaft unter die Lupe nimmt. 81 Prozent der befragten Musiker gaben demnach an, dass sie sich etwas dazuverdienen.

"Etwa die Hälfte von ihnen arbeitet als Musiklehrer", erklärt Bert-Morten Arnicke von der Firma Univations, der die Studie "Monitor Musikwirtschaft" leitete. "Viele gehen aber auch Zeitungen austragen oder putzen." Notwendig sei das, weil die Musiker zu wenig verdienten. Er spricht von "teils prekären Verhältnissen". Diese werden in der Studie mit einer Statistik der Künstlersozialkasse, der Sozialversicherung für freischaffende Künstler, untermauert. Danach lag das Jahreseinkommen selbständiger Musiker zuletzt bei durchschnittlich 10664 Euro. Das sind gut 1500 Euro weniger als bundesweit. Das Einstiegsgehalt betrug sogar nur 7187 Euro.

Hilfe bei der Suche nach Fördergeldern gefragt

Um den Rock-, Pop- und Jazzmusikern etwa in Punkto Fördergelder auf die Sprünge zu helfen, fordern die Befragten einen Rockbeauftragten für Sachsen-Anhalt, der beim Landesmusikrat angesiedelt sein soll. Das Kultusministerium gibt sich bei diesem Thema zurückhaltend, verweist nur auf den Landesmusikrat. Dabei hat der sich längst dafür ausgesprochen. "Wir rechnen mit Unterstützung. Denn Fachleute, die diese Szenerie betreuen können, haben wir nicht", sagt Präsident Winfried Willems. Bereits jetzt suche man Pädagogen und Marketing-Experten, die ein regionales Netz an Ansprechpartnern bilden sollen. Beim Rockbeauftragten könnte ihre Arbeit zusammenlaufen.

Eine weitere Forderung an das Land ist mehr Geld. Das Magdeburger Wirtschaftsministerium macht Hoffnung: Man erarbeite derzeit eine Richtlinie, die Netzwerke von Kreativunternehmen fördern soll. Sie soll voraussichtlich 2015 in Kraft treten.