Magdeburg l Auf einem noch unfertigen Teilstück der A 14 zwischen Colbitz und Wolmirstedt hatte Daimler Tribünen für sein Publikum aufgestellt. 400 Journalisten und Fachvertreter aus 32 Nationen waren angereist, um sich die Vision des Autobauers vom autonomen Fahren für Lkw anzuschauen.

Der Future Truck 2025 wird die Logistikbranche verändern, sind sich die Tüftler aus Stuttgart sicher. Vielmehr jedoch wird er den Verkehr auf der Autobahn verändern. Unfälle soll es mithilfe des Autopiloten nicht mehr geben.

Während sich der Fahrer zurücklehnt, fährt, lenkt und bremst der Prototyp automatisch. Radarsensoren und eine Kamera scannen den Weg. Fahrbahnen, Fußgänger, Objekte sowie die Fahrbahnbeschaffenheit werden erkannt. Sogar vorausschauend soll der Autopilot fahren können: einfädelnde Fahrzeuge oder ein nahendes Stauende werden erkannt. Damit das System funktioniert, müssen allerdings die Fahrbahnmarkierungen deutlich zu erkennen sein. Das intelligente Fahrsystem, sollte es denn so auf den Markt kommen, wird das Berufsbild des Fernfahrers drastisch verändern. Aus den Truckern werden, so die Daimler-Vision, Transportmanager. Innerorts und über Landstraßen wird der Fahrer nach wie vor selbst am Steuer sitzen. Doch sobald der Lkw auf der Autobahn eingefädelt ist, bietet das System ihm den Autopiloten an. "Auch im Future Truck ist der Fahrer der Chef der Kabine", betonte Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard. Der Lkw-Führer werde allerdings von der monotonen Tätigkeit des Fahrens entlastet.

Für Speditionen soll der autonome Lkw Kosteneinsparung bedeuten. "Das System fährt nicht nur autonom, sondern auch optimal", so Bernhard. Der Spritverbrauch könnte demnach sinken.

Ungeklärt ist nach wie vor der Rechtsrahmen, in dem sich ein autonom fahrendes Vehikel auf deutschen Straßen bewegt. Auf Initiative des Bundesverkehrsministeriums gebe es den Runden Tisch "Autonomes Fahren". Darin werden Themen wie Haftung und Versicherungsrecht erörtert. "Wir erwarten erste Ergebnisse Ende 2014", sagte die Staatssekretärin des Bundesverkehrsministers, Katherina Reiche.

Für die deutsche Automobilindustrie könnte die Entwicklung von autonomen Fahrsystemen ein weiterer Meilenstein sein, betonte Reiche. Denn durch autonome Fahrsysteme soll es künftig keine Unfälle mehr geben.

4531 Zusammenstöße wurden im vergangenen Jahr auf Sachsen-Anhalts Autobahnen gezählt. 23 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Zahl der Unfälle mit Lkw-Beteiligung stieg um 150 auf 1914 an.

Sachsen-Anhalt queren mit der A 2, der A 9 und der A 14 gleich drei vielbefahrene Autobahnen, hinzu kommen weniger stark befahrene Verbindungen wie die A 38 und die A 143.