Magdeburg l Schon länger haben die Stadtwerke Wanzleben mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Der Ausfall eines Blockheizkraftwerkes, dessen Reparatur mit Kosten im sechsstelligen Bereich verbunden wäre, hat dem Betrieb nun den Rest gegeben: Am Freitag bestellte das Amtsgericht Magdeburg den Juristen Lucas Flöther zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Flöther stellte klar, dass die Insolvenzanmeldung keine Auswirkungen auf das laufende Geschäft hat. Er will die finanzielle Lage der Stadtwerke und Sanierungsoptionen in den kommenden Tagen prüfen. Die 18 Mitarbeiter, die nun um ihre Jobs bangen, bekommen Insolvenzgeld. Bereits 2013 standen die Stadtwerke schon einmal vor der Insolvenz. Die Stadt Wanzleben hatte daraufhin ihrer 100-prozentigen Tochter eine Finanzspritze von 300.000 Euro überwiesen. Erneut in die Bresche springen konnte die Kommune offenbar nicht.

Insolvenzen von städtischen Betrieben gab es bislang selten in Deutschland, könnten sich aber künftig häufen. Denn immer mehr Kommunen müssen mit knappen Kassen zurechtkommen und können es sich kaum noch leisten, defizitäre Tochtergesellschaften mitzufinanzieren. Für Aufsehen sorgte Anfang der Woche die Insolvenz der Stadtwerke Gera. Auch der drittgrößten Stadt Thüringens gelang es nicht, ihre eigene Tochtergesellschaft vor der Pleite zu bewahren.