Das Hermes-Versandzentrum Haldensleben
Inbetriebnahme:
1994, seitdem dreimal ausgebaut; zuletzt entstand 2010 das größte automatische Retourenlager Europas.
Nutzfläche: Das Versandzentrum ist umgerechnet 26 Fußballfelder groß und damit eines der größten Europas.
Kapazität: In den beiden Hochregallagern (Foto) ist Platz für 1,2 Millionen Kartons; aneinandergereiht würden sie eine rund 600 Kilometer lange Kette ergeben.
Versand: Täglich werden bis zu 300.000 Sendungen zusammengestellt.

Firma: Die Hermes Fulfilment GmbH ist ein Unternehmen der Otto Group und beschäftigt allein in Haldensleben 3000 Mitarbeiter. Archivfoto

Haldensleben l Mit zehn Millionen Euro Fördermitteln vom Bund und dem Land Sachsen-Anhalt wird der Ausbau finanziert. Die inzwischen vierte Ausbaustufe des Haldensleber Logistikzentrums umfasst die Erweiterung des Versandzentrums am Südhafen. Zudem wird ein Lager umgebaut und mit neuester Technik ausgestattet. Damit sollen Sortierung und Transport von Paketsendungen erheblich erleichtert werden.

"Die Erweiterung macht das Versandzentrum fit für die Zukunft im Bereich des Internethandels", sagte Dieter Urbanke, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hermes Fulfilment. Diese Investition sei zudem ein Bekenntnis zum Standort Haldensleben. "Hermes Fulfilment fühlt sich der Stadt und der Region verbunden", so Urbanke. Mit der Schaffung von mindestens 350 neuen Arbeitsplätzen baut Hermes seine Stellung als einer der größten Arbeitgeber Sachsen-Anhalts aus. Derzeit arbeiten 3000 Menschen in dem Logistikzentrum. Nur an den Uni-Kliniken in Halle (4000 Mitarbeiter) und Magdeburg (3500) gibt es mehr Beschäftigte.

Otto hat fast eine halbe Milliarde Euro investiert

Seit 1994 ist die Hamburger Otto-Group mit ihrem Hermes-Versandzentrum in Haldensleben. In den vergangenen zwei Jahrezehnten ist der Logistikstandort stetig ausgebaut worden. Wenn die anstehende Ausbaustaufe im Jahr 2017 abgeschlossen ist, sind insgesamt 496 Millionen Euro investiert worden. Immerhin 120 Millionen Euro werden dann an Fördermitteln von Bund und Land geflossen sein.

Die Subventionen gibt es für das Unternehmen nicht ohne Gegenleistung. Hermes verpflichtet sich, mindestens 300 Arbeitsplätze für fünf Jahre in Haldensleben zu erhalten. "Die Entscheidung, erneut in Haldensleben zu investieren, ist ein sehr positives Signal für die Stadt und die Region sowie ein Beleg für die hohe Wettbewerbsfähigkeit des Landes", erklärte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU).

Im Januar des kommenden Jahres will Hermes mit dem Einbau der Technik beginnen. Vorausichtlich im August wird ein Großteil der neuen Anlagen in Betrieb genommen. "Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft werden wir voll einsatzfähig sein", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Versandhandel boomt dank Internetbestellungen

Hermes reagiert mit dem Ausbau auf die gestiegenen Anforderungen an Versandhändler. "Wir reden bei der Auslieferung nicht mehr über morgen oder übermorgen, sondern über heute oder morgen", sagte Urbanke.

Der deutsche Versandhandel hat nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel im Jahr 2013 seinen Umsatz um 23 Prozent auf 48,3 Milliarden Euro gesteigert. Wachstumsmotor ist das Internet. Der Anteil von Online-Bestellungen am gesamten Versandhandelumsatz lag bei 81 Prozent (2012: 70,2 Prozent). Das Haldensleber Logistikzentrum verlassen täglich bis zu 300000 Sendungen. Seite 4