Magdeburg l CDU-Fraktionschef André Schröder hat sich deutlicher als bisher von Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) abgegrenzt. Er kritisierte dessen Verordnung, die von Grundschulen ab 2017 80 Schüler einfordert: "Wir verschärfen die Vorgabe genau dort, wo es schwierig ist, im ländlichen Raum", sagte er am Mittwochabend - das lehne er ab.

Die CDU-Fraktion stellte ihr Konzept des Schulverbandes vor Wirtschafts- und Elternvertretern sowie Kommunalpolitikern vor. Es gehe um eine "neue Interpretation", nicht um eine Aufkündigung der Verabredung mit der SPD, sagte der CDU-Bildungspolitiker Gunnar Schellenberger. Er setze auf eine Gesetzesänderung im Jahr 2015. Die SPD lehnt allerdings einen Kurswechsel ab.

Ein Schulverband aus zwei Schulen soll nach CDU-Konzept mit 120 Schülern bestehen dürfen. "Wir möchten, dass die Schule im Dorf bleibt", begründete der CDU-Schulexperte Andreas Riethmüller. Dem seit 1991 andauernden Schulsterben müsse Einhalt geboten werden.

Walter Helbling von der Initiative "Grundschule vor Ort" kritisierte, für die Rettung von Schulen sei kaum noch Zeit, weil das Sanierungsprogramm "Stark III" starken Druck auf die Kommunen ausübe, kleine Schulen zu schließen. Fraktionschef Schröder sagte, sämtliche bestandsfähigen Schulen sollten die Chance auf Sanierungszuschüsse bekommen, "möglicherweise auch außerhalb von Stark III". Er betonte, die Mindestgröße von 60 Schülern werde nicht unterschritten. Alles andere wäre ein verheerendes Signal angesichts zurückliegender Schließungen.

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