Seit mehr als drei Jahrzehnten wird um die Eignung des Salzstocks in Gorleben für die Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll gestritten. Während einige Geologen Salzstöcke prinzipiell für geeignet halten, haben andere Experten erhebliche Bedenken. Die Gegner von Gorleben führen etwa Kohlenwasserstoff- und Gasvorkommen ins Feld. Die rot-grüne Landesregierung hat Gorleben im Koalitionsvertrag für ungeeignet erklärt.

Unter Experten ist es weitgehender Konsens, den stark strahlenden Atommüll in tiefen Schichten zu lagern - in Gorleben wäre das in 860 Metern Tiefe. Salz hat den Vorteil großer Hitzebeständigkeit. Außerdem fließt es und soll so die Behälter einschließen. Anders als die marode Asse ist der Salzstock im Wendland kein ausgebautes Bergwerk mit instabilen Hohlräumen. Die Erkundung hat bislang rund 1,6 Milliarden Euro gekostet, derzeit ruhen die Arbeiten.

Der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) hatte den Salzstock 1977 als mögliches Endlager vorgeschlagen. Das Dorf unweit der Elbe und der damaligen innerdeutschen Grenze sollte zum Standort für ein Nukleares Entsorgungszentrum werden. Die Pläne umfassten ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, ein Zwischenlager für Castorbehälter mit hoch radioaktiven, abgebrannten Brennelementen sowie das eigentliche Endlager im Salzstock. Seit Ende der 70er Jahre protestieren Atomkraftgegner in der Region vehement gegen die Pläne. (dpa)