Magdeburg/Münster (kt) l In Münster fliegen nach der Schlappe für den Magdeburger Zoochef im dortigen Stadtrat die Fetzen. Die "Westfälischen Nachrichten" kommentieren die Abfuhr für Kai Perret als Chef des Münsteraner Allwetterzoos sinngemäß als kommunalpolitische Fehlleistung. Der Chef des Zoo-Aufsichtsrates in Münster, Rainer Knoche, spricht in einem Interview mit der Lokalpresse von einem "schlechten Votum für den Zoo". Beschämt ist die Kommunalpolitik der Westfalenstadt vor allem über den Umstand, dass sie Perret vor der nicht öffentlichen Abstimmung im Rat öffentlich als sichere Nummer für die dortige Zooführung ab 2015 handelte, dann aber, einer heißen Kartoffel gleich, fallen ließ. Die Empörung, die Perrets Bewerbung in Münster am Ort seiner aktuellen Tätigkeit, also hier in Magdeburg auslöste, ist den Westfalen nicht verborgen geblieben. Münsteraner Kommunalpolitiker fürchten in der Folge eine ausgemachte Bewerberscheu vor der Vergabe wichtiger Posten.

Zoo-Aufsichtsrat Knoche verweist darauf, dass Perret aus 135 Bewerbern als geeignetster Kandidat hervorgegangen sei und dass er ihn nach wie vor dafür halte. Zoofachlich sei, so meint der Münsteraner, Perret "erste Wahl" und seine Ablehnung vielmehr emotional begründet; womit der Mann auf die Tierschützerproteste im Zusammenhang mit der Magdeburger Affäre tote Tiger von 2008 zu sprechen kommt. Wenn auch später nicht das Gericht, so habe Perret doch damals die deutschen und europäischen Zoodirektoren an seiner Seite gehabt, die die Tötung der Tiere damals als alternativlos erachteten. Heute, so glaubt man in Münster, würde Perret "das nicht noch einmal tun".

Kai Perret indes gibt gegenüber der westfälischen Lokalpresse zu Protokoll, dass er keinen Groll gegen Münster hege, nun aber seinen Verpflichtungen in Magdeburg "zu 150 Prozent" nachkommen wolle.