Magdeburg l Die Uniklinik Magdeburg fürchtet, dass sie ihre medizinische Versorgung einschränken muss. Als Grund nennt der Klinikums-Vorstand den schlechten Erhaltungszustand vieler Geräte. Viele würden seit langem nur noch repariert, sagte die kaufmännische Direktorin Veronika Rätzel, das Geld für Investitionen fehle. "Wenn ich aber die nötige Medizintechnik nicht habe, kann ich bestimmte Sachen nicht mehr machen", sagte der Ärztliche Direktor Jan Hülsemann.

Bundesweit gehen in dieser Woche Unikliniken in die Offensive, um für ihre Leistungen mehr Geld zu fordern. Von den 33 Häusern erwarten für dieses Jahr nur noch fünf ein positives Ergebnis. Zu den Ursachen gehört, dass die Bundesländer ihre Investitionszuschüsse immer mehr senken - in Sachsen-Anhalt von jährlich 6,8 Millionen Euro auf 800000 Euro. "Wir leben von der Substanz", sagte Rätzel.

Nicht eingerechnet sind allerdings Landeszuschüsse für Neubauten samt Einrichtung. So hat das Land für 2018 den Neubau von Haus 60c genehmigt. 40 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten.

Ein zentrales Problem sämtlicher Unikliniken sind die Hochschulambulanzen. Eigentlich sind sie nur für die Ausbildung von Medizinstudenten und für die Forschung zugelassen. Faktisch sind sie längst Teil der Patientenversorgung - die Kassen zahlen allerdings nur für einen Teil davon. In Magdeburg sind es 61000 Fälle. Behandlungen darüber hinaus leistet die Uniklinik auf eigene Kosten.

Der Klinikumsvorstand hofft auf eine Lösung in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die derzeit tagt. Aus Sicht des Ärztlichen Direktors Hülsemann kann es nur um mehr Geld gehen. Denn die Patienten verlangten nach der Behandlung im Uniklinikum. Und auch die Klinikärzte, räumt er ein, wollten auf die Patienten ungern verzichten.

Die von der Politik geforderte engere Kooperation der Unikliniken Magdeburg und Halle, die Kosten senken soll, sei nur eingeschränkt möglich, sagte Hülsemann: "Unsere Patienten gehen nicht nach Halle. Wenn wir auf bestimmte Behandlungen zugunsten von Halle verzichten, gehen sie ins Klinikum oder zu Pfeiffers oder ins Marienstift."

4200 Mitarbeiter arbeiten auf dem Campus Leipziger Straße. Mit Argusaugen beobachtet die Uniklinik auch Investitionen für Krankenhäuser auf dem Land. Diese hätten offenbar eine bessere Lobby, klagt Medizin-Dekan Hermann-Josef Rothkötter.

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