Magdeburg (ad) I Überraschende Wende in der Diskussion um eine neue Flüchtlingsunterkunft am Bruno-Taut-Ring in Magdeburg. Unerwartet gab die Stadtverwaltung in einer schriftlichen Mitteilung bekannt, dass man entgegen den Ankündigungen nun die Eingänge der Hausnummern 97 bis 100 (bisher 89 bis 92) ab kommenden Jahr für Flüchtlinge herrichten werde.

"Im Zuge der entstandenen Diskussion um die Unterbringung von Flüchtlingen und Migranten im Bruno-Taut-Ring hat es gestern ein Gespräch zwischen den beteiligten Wohnungsbauunternehmen und Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper gegeben", heißt es in der Mitteilung. Gemeinsam mit Heinrich Sonsalla, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau), und Oliver Hornemann, Vorstandssprecher der Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke, sei die Entscheidung gefallen.

Das ist insofern überraschend, da Trümper gegenüber der Volksstimme und auf einer Einwohnerversammlung die Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke" noch scharf kritisiert hatte. Das Wohnungsunternehmen hatte in einem Rundbrief an seine Vermieter den Flüchtlingswohnblock als "Ärgernis" bezeichnet und behauptet, dass man mit der Wobau bereits eine Vereinbarung getroffen habe, die Flüchtlingswohnungen in einem anderen Block einzurichten. "Das ist schlechter Stil", hatte Trümper gesagt und darauf verwiesen, dass es bereits einen Vertrag mit der Wobau gebe, sich an den Plänen nichts geändert habe.

Offiziell begründet die Stadt den plötzlichen Meinungsumschwung mit städtebaulichen Maßnahmen. "Entscheidender Grund für diese Festlegung ist die städtebaulich sinnvollere Beibehaltung der straßenbegleitenden Bebauung für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. Sollten die Unterbringungserfordernisse für Flüchtlinge und Migranten in diesem Zeitraum nicht mehr gegeben sein, so wird der Wohnblock für den freien Wohnungsmarkt bereitgestellt. Die übrigen Gebäude im Bruno-Taut-Ring ("Putzerhof") werden wie vorgesehen komplett zurückgebaut.", heißt es in der Mitteilung.