Magdeburg l Trotz mancher Wärmeperioden und Schädlingsplagen befinden sich Sachsen-Anhalts Wälder in einem guten Zustand. Der Anteil stark geschädigter Bäume hat mit 1,5 Prozent den niedrigsten Stand seit 1991 erreicht. Das geht aus dem Waldzustandsbericht hervor, den Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) am Montag in Magdeburg vorgestellt hat.

Experten der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt Göttingen hatten für den Bericht landesweit 6624 Bäume stichprobenweise auf Schäden untersucht. 15 Prozent von ihnen wiesen eine gelichtete Krone auf, verfügten also über etwas weniger Laub oder Nadeln als üblich. Der Wert ist seit 2009 konstant. Vergleichsweise gering fiel auch die Absterberate mit 0,3 Prozent aus.

Die Kiefer kommt in den Wäldern Sachsen-Anhalts am häufigsten vor, bei den Stichproben lag ihr Anteil bei 53 Prozent. Sie trug daher auch wesentlich zu dem guten Ergebnis der Waldinventur bei. Eichen, Buchen und Fichten kommen hingegen seltener vor, in der Untersuchung hatten die Bäume Anteile von jeweils rund zehn Prozent.

"Die Eichenfraßgesellschaft, die uns in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigte, ließ 2014 die Eichen weitestgehend in Ruhe, so dass wir auf die chemische Bekämpfung aus der Luft verzichten konnten", erklärte Umweltminister Aeikens. Er warnte jedoch, dass Schädlingsplagen inbesondere bei warmen Witterungen erneut auftreten könnten. Bund und Länder müssten deshalb auch die Genehmigungsverfahren für den Einsatz von Chemie weiter verkürzen, damit Behörden im Plagen-Fall schneller reagieren können.

Neben der heimischen Eichenfraßgesellschaft stellen auch zugewanderte Schädlinge wie der asiatische Laubholzbockkäfer eine Gefahr für den Wald dar. Wie zuletzt in Magdeburg müssten Gebiete, in denen die Käfer auftreten, zügig unter Quarantäne gestellt und befallene Bäume gefällt werden, betonte Aeikens. Die Wälder seien den Käfern sonst schutzlos ausgeliefert.

Neben den Schädlingen bedroht auch der Klimawandel die Wälder. "Extreme Stürme, Wärme und Trockenheit könnten dem Wald zusetzen", warnt der Göttinger Experte Johannes Eichhorn. Auffällig sei, dass sich in der südlichen Altmark und im Harzvorland bereits jetzt nur wenig Grundwasser neu bildet. Sollten die Temperaturen in den kommenden Jahren im Schnitt bis zu drei Grad ansteigen, würde sich die Wasserproblematik verschärfen.

Umweltminister Aeikens sagte, die Wissenschaft müsse nun klären, ob durch forstliche Maßnahmen die Grundwasserbildung auf den Waldflächen langfristig stabilisiert werden kann. Experten empfehlen schon seit längerem, Mischwälder anzupflanzen. Sie seien im Vergleich zu Monokulturen wie Kiefernwälder deutlich robuster.