Magdeburg l Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) hat der Bundeswehr für Besuche in Schulen strenge Vorgaben gemacht. Ab sofort ist Berufswerbung für die Streitkräfte während der Schulzeit verboten. Bei Veranstaltungen zur Berufsorientierung dürfen Soldaten nur noch dann auftreten, wenn diese nach dem Unterricht stattfinden. Truppenbesuche sind unzulässig, sobald sie "Eventcharakter" haben. Ebenfalls neu ist die Vorschrift, dass Bundeswehrvertreter nicht mehr allein über Sicherheitspolitik reden dürfen. "Parallel oder zeitnah" müssen auch friedenspolitische Organisationen zu Wort kommen. Bislang ist das sehr selten, wie der Jugendoffizier Marcus Haase aus Weißenfels berichtet. Er selbst hat in diesem Jahr 120 Schulen besucht, Friedensaktivisten waren nie dabei. Minister Dorgerloh sagte, er wolle Meinungsvielfalt fördern, "gerade in der existenziellen Frage nach der Sicherung des Friedens".