Magdeburg l Die SPD-Landtagsfraktion hat Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) aufgefordert, seine Vorgaben für Bundeswehr-Kontakte von Schulen zu überarbeiten. "Dieses Papier spiegelt nicht unsere Meinung wider. Wir bauen darauf, dass der Minister das korrigiert", sagte Fraktionsvize Rüdiger Erben der Volksstimme.

Dorgerloh hat Werbung für die Bundeswehr verboten. Diskutieren Schulklassen mit Jugendoffizieren, müssen sie auch Friedensaktivisten einladen. "Aus unserer Sicht gab es keinen Handlungsbedarf", sagte Erben. Am Dienstag trifft Dorgerloh den Chef des Landeskommandos, Oberst Axel Lautenschläger.

Die GEW stellte sich hinter den Minister. Die Bundeswehr dürfe bei Diskussionen um Sicherheitspolitik kein Monopol bekommen, sagte Landeschef Thomas Lippmann. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert forderte, Schulen könnten als Gegengewicht zu Jugendoffizieren auch militärkritische Abgeordnete einladen. Der CDU-Abgeordnete Tino Sorge hingegen nannte Dorgerloh "scheinheilig". Bei der Flut dürften Soldaten den Rücken krumm machen, in Schulen sprechen aber nicht.