Magdeburg l An verschiedenen Punkten in der gesamten Stadt setzten sich Tausende Menschen gegen Rechtsextremismus ein. Rund 180 Akteure, darunter 21 Schulen, sorgten für ein buntes Programm. Oberbürgermeister Lutz Trümper und Ministerpräsident Reiner Haseloff mahnten in ihren Reden, sich jeden Tag für Demokratie einzusetzen.

An den zahlreichen Informationsständen, Lesungen und Konzerten beteiligten sich auch Vereine, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen. An 16 in der Stadt verteilten Meilensteinen stellten verschiedene Initiativen zudem ihre Projekte unter dem Motto "Den Nazis keinen Raum geben" vor. Entlang des Breiten Weges entrollten die Teilnehmer des Straßenfestes einen 1,6 Kilometer langen Schal. Diesen hatten Schüler der Sekundarschule "Leben lernen" in Magdeburg zuvor im Rahmen eines Projektes angefertigt. Neben der Meile gab es weitere Demonstrationen gegen rechts.

Die größte hatte nach Polizeiangaben rund 800 Teilnehmer aus dem linken Spektrum. Die Polizei war am Wochenende mit 1500 Polizisten im Einsatz. Verstärkung erhielten die Beamten aus Sachsen, Niedersachsen und Thüringen sowie der Bundespolizei. "Es blieb aber an beiden Tagen weitgehend friedlich", sagte Polizeisprecherin Beatrix Mertens.

Insgesamt gab es 86 Strafanzeigen, 72 am Freitag vor allem im Zusammenhang mit den Protesten gegen den Rechten-Aufmarsch und 14 am Sonnabend. Darunter waren Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzungen und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. In diesen Fällen hatten immer wieder Demonstrationsteilnehmer illegal Pyrotechnik gezündet. 200 Personalien wurden notiert.

Bereits am Freitagabend waren etwa 300 Rechte durch den Norden der Stadt bei einem Schweigemarsch mit Fackeln unterwegs und wurden immer wieder von linken Protesten blockiert.

Für heute kündigte das islamkritische Bündnis "Magdeburger gegen die Islamisierung des Abendlandes", Magida, einen ersten "Spaziergang" durch die Innenstadt an.

Auf dem Alten Markt soll es ab 18 Uhr einen Gegenprotest des "Bündnisses gegen Rechts" geben. Dazu will auch Oberbürgermeister Lutz Trümper sprechen. Er sagte am Wochenende: "Ich würde mit wünschen, es würde ,Magdeburger Gesellschaft im demokratischen Aufwind` heißen."

 

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