Schierke/Offenbach (dpa/vs) – Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) wird die Wetterbeobachtung flächendeckend automatisiert. Als eine der letzten Stationen solle die Wetterwarte auf dem Brocken im Jahr 2020 auf automatische Messtechnik umgestellt werden, erklärte der DWD am Dienstag in Offenbach. In diesem Jahr feiert die Wetter-Messung auf dem 1141 Meter hohen Brocken ihr 120-jähriges Bestehen.

In ganz Deutschland gebe es derzeit noch 33 Stationen, die rund um die Uhr mit einem hauptamtlichen Wetterbeobachter besetzt seien. Diese würden ebenfalls bis 2020 durch Technik ersetzt. "Die Wetterfrösche sterben aus", sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche in Offenbach. "Das jahrzehntelange Berufsbild wird wie zuvor der Kohleheizer auf der Lok von der Technik überholt." Die Mitarbeiter sollen dann andere Aufgaben innerhalb des DWD übernehmen.

Bis Ende 2020 will der Deutsche Wetterdienst seine Wetterstationen in Sachsen-Anhalt umrüsten und voll automatisch Wetterdaten messen. Auch die landesweit 19 hauptamtlichen Wetterbeobachter sollen dann eine andere Arbeit innerhalb des DWD erhalten, wie DWD-Sprecher Kirsche sagte. In Sachsen-Anhalt wird im Jahr 2017 die Wetterstation in Magdeburg den Anfang machen, 2018 soll Seehausen folgen.

Die Aufgaben für die Mitarbeiter hätten sich im Lauf der Jahre verändert. "Früher leerte der Wetterwart zur Niederschlagsmessung einmal das Wasser-Röhrchen aus", sagte Kirsche. "Heute wird digital gemessen." Insgesamt beschäftigt der DWD rund 2500 Mitarbeiter.

Im Jahr 2004 begann die Umrüstung der bundesweit 2000 Wetterstationen mit neuer Technik, wie der DWD mitteilte. Damit folgte der deutsche Wetterdienstleister der privaten Konkurrenz. Etwa 1800 der DWD-Messpunkte sind kleinere Stationen, die meist von nebenamtlichen oder ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut werden.