Schnellroda/Berlin l Sachsen-Anhalts AfD streitet mit der Bundesspitze um die Aufnahme des rechten Verlegers Götz Kubitschek. Der Mitorganisator der Leipziger Legida-Demonstrationen gilt als zentrale Figur der sogenannten "Neuen Rechten". Der AfD-Kreisverband Halle-Saalekreis hat Kubitschek und dessen Frau Ellen Kositza aufgenommen - jetzt hat jedoch die Parteiführung in Berlin ihr Veto eingelegt. "Der Bundesvorstand hat der Aufnahme widersprochen", sagte Landesvorsitzender André Poggenburg am Sonntag und bestätigte damit eine Meldung des "Spiegel".

Poggenburg will die Entscheidung jedoch nicht hinnehmen: "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen." Kubitschek spreche nationale Themen an, habe sich aber vom Rechtsextremismus deutlich distanziert. "Ich kenne ihn persönlich und weiß nicht, was man ihm vorwirft. Die Entscheidung in Berlin hat bei uns und in Nachbar-Landesverbänden für großen Unmut gesorgt."

Es ist das erste Mal, dass der Bundesvorstand in ein Aufnahmeverfahren eingreift. Die Möglichkeit dazu gibt es erst durch die Ende Januar beschlossene neue Parteisatzung. Poggenburg will nun prüfen, ob das Ehepaar bereits zuvor aufgenommen wurde. "Dann hätte sich das Veto erledigt."

Der aus Schwaben stammende Kubitschek lebt auf dem Rittergut Schnellroda im Saalekreis. Er bezeichnet sich selbst als Rechten, grenzt sich aber von Rechtsextremen ab. Die rechtskonservative Zeitschrift "Junge Freiheit" rühmt "das Soldatische und Männliche" am Auftritt des 44-Jährigen. Seine Frau hat im ZDF berichtet, sie sei nach Sachsen-Anhalt "geflohen", weil es in der Innenstadt von Offenbach "90 Prozent Ausländer" gebe.