Wilhelmshof (tp/ck) l Die Polizei hat im Vermisstenfall Inga Gehricke nach wie vor keine Spur. Die Ermittlungsgruppe "Wald" unter der Leitung von Holger Herrmann arbeitet fieberhaft daran, hunderte Hinweise auszuwerten, die aus ganz Deutschland eingingen.

Die Beobachtung einer Frau aus Baden-Württemberg, die Inga mit einem älteren Mann in einer Berliner U-Bahn gesehen haben wollte, erwies sich als falsch. Es handelte sich um einen Großvater mit seiner Enkeltochter. "Die Hinweise sind unterschiedlicher Qualität, aber wir gehen allen nach", erklärte ein Polizeisprecher.

Dass der Wolf etwas mit dem Verschwinden der Fünfjährigen zu tun hat, hält Peter Neuhäuser, Kreisvorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland, für unwahrscheinlich. "Es stimmt, dass es in der Colbitz-Letzlinger Heide ein bestätigtes Rudel gibt und von dort ist es auch nicht weit bis zur Staatser Bauernheide", räumt er die lokale Nähe der Wölfe zu Wilhelmshof ein. "Es ist aber aus biologischer und fachlicher Sicht eigentlich unmöglich, dass ein Wolf im Spiel war", betonte er.

In den vergangenen 70 Jahren habe es weltweit weniger als zehn Übergriffe von Wölfen auf Menschen gegeben, allein fünf davon bereits 1937 in Ostpolen. "Und der Wolf hätte auch Spuren hinterlassen, die von den Suchhunden ganz bestimmt gefunden worden wären", so Neuhäuser.

Inga verschwand am Abend des 2. Mai aus Wilhelmshof. Die Suche blieb bisher ohne Erfolg. Die Polizei hat nun sogar eine eigene Internetseite für die Suche nach Inga geschaltet und elektronische Anzeigentafeln an Bahnhöfen mit Bitten um Hinweise bestückt.

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