Schönebeck l Der Schönebecker Bürgermeister Bert Knoblauch ist noch immer sehr betroffen: "Meine Gedanken gelten in erster Linie den Eltern und drei Geschwistern." 19 Tage ist es nun her, dass die fünfjährige Inga beim Spielen auf dem Gelände des Diakoniewerks Wilhelmshof in der Nähe von Stendal verschwunden ist. In ihrer Heimatstadt Schönebeck im Salzlandkreis sorgt die Ungewissheit über Ingas Verbleib für Entsetzen. Dem Bürgermeister zufolge sei die Stimmung in der Stadt gedrückt.

Der 42-Jährige kennt die sechsköpfige Familie persönlich. Auf kommunalpolitischer Ebene begegnet er Ingas Vater regelmäßig: Denn Jens-Uwe Gehricke sitzt für die Fraktion Die Linke im Schönebecker Stadtrat. Seine Fraktionskollegen wollen sich in Gehrickes "private Sorgen nicht einmischen", sagt Fraktionsmitglied Gerhard Hildebrand. "Aber ich verfolge das natürlich und finde diese Ungewissheit unerträglich."

Und mit genau dieser Unsicherheit muss Ingas Familie seit dem Samstagabend in Wilhelmshof leben. Auf dem Diakonie-Grundstück fand eine Grillparty statt. Suchtkranke und Behinderte werden dort betreut. Ein Teil der Mitarbeiter lebt mit auf dem Gelände. Inga war nicht zum ersten Mal mit ihren Eltern zu Gast beim Diakoniewerk. Offenbar ein Projekt, dass dem Sozialpädagogen Jens-Uwe Gehricke am Herzen liegt.

Stadtratsmitglied Gerhard Hildebrand geht davon aus, dass sein Politikkollege Gehricke derzeit noch vollkommen unter Schock steht. Nach Volksstimme-Informationen ist die Familie seit wenigen Tagen zurück in ihrem Zuhause. Und muss versuchen, einen Weg zurück in den Alltag zu finden.

Unvorstellbar für so viele, die zur Zeit auf öffentlichen Internetplattformen wie Facebook die Suche nach der kleinen Inga unterstützen. Dazu gehört eine Schönebeckerin, die ganz in der Nähe der betroffenen Familie wohnt. Die junge Frau ist selbst Mutter und verbreitet das Fahndungsbild der vermissten Inga im Netz - so gut es geht.

Die Schönebeckerin gehört zu den fast 4000 Mitgliedern einer Facebook-Gruppe, die zur Hilfe bei der Suche nach Inga aufruft. Denn: Bei der Suche nach dem kleinen Mädchen im Wald beteiligten sich neben der Polizei auch viele freiwillige Helfer. Verabredet haben die sich unter anderem auf der Internet-Plattform. Da heißt es: "Wir waren auch mit unseren Flächenhunden dort und haben gesucht. Diese Hunde zeigen jeden Menschen an, da sie auf keinen speziellen Geruch trainiert sind. Aber leider auch sie haben nichts gefunden."

Die Anteilnahme ist groß. Eine Unterstützerin schreibt: "Lasst uns helfen, hoffen und beten, dass wir Inga wieder verhelfen können, zu Ihrer Familie zurückzukommen. Wir wollen sie finden! Wir wollen alle darauf aufmerksam machen, um der Familie Halt zu geben, dass sie nicht alleine ist."