Letzlingen l Bis zu 80 Gegner der Bundeswehr haben am Sonnabend am Truppenübungsplatz Altmark gegen Militäreinsätze demonstriert. Aus Sicht der Bundeswehr sei es ein friedlicher Protest gewesen, schätzte am Sonntag Oberstleutnant Thomas Poloczek, Sprecher im Bundeswehr-Landeskommando Sachsen-Anhalt, ein. Das einwöchige Protestamp "War starts here" (Krieg beginnt hier) in Parleib bei Gardelegen mit dem Aktionstag am Sonnabend in Letzlingen sei ohne gravierende Sachbeschädigungen verlaufen. Poloczek war am Sonnabend auch vor Ort auf dem Letzlinger Marktplatz. Dort fand zum dritten Mal ein Sommermarkt mit Info-Ständen, Spiel und Spaß für die Familie, organisiert von der Gemeinde und örtlichen Vereinen, statt. Einst als Gegenaktion zum Camp ins Leben gerufen, stellte es am Sonnabend eher ein friedliches Miteinander dar als im Vergleich zu den Vorjahren mit hohen Sachschäden in der Bilanz.

Das Recht, gegen die Bundeswehr zu demonstrieren, werde in Letzlingen zwar akzeptiert. "Aber dennoch wollen wir deutlich machen, das Letzlingen mit der Bundeswehr als Nachbar und Partner lebt. Die große Politik wird nicht hier gemacht, sondern in Berlin", betonte Letzlingens Ortsbürgermeisterin Regina Lessing.

Am Sonnabendnachmittag fand am Marktplatz zudem eine Kundgebung der Bürgerinitiative Offene Heide statt. Deren Sprecher sowie Redner des Camps sprachen sich für die Abschaffung der Bundeswehr aus. Mit einer Hausbesetzung in der Übungsstadt Schnöggersburg und Mahnwachen am Gefechtsübungszentrum in Letzlingen, Dolle und an der Baustelleneinfahrt Schnöggersburg hätten die Friedensaktivisten ihren Standpunkt verdeutlicht.

Oberstleutnant Thomas Poloczek sprach von einer Gruppe von etwa zehn Leuten, die auf das Bundeswehrgelände in Richtung Schnöggersburg eingedrungen seien und Plakate und Transparente aufgehängt hätten. Insgesamt wurden etwa ein Dutzend Ordnungswidrigkeitsanzeigen aufgenommen, sagte am Sonntag ein Polizeisprecher.