Burg l "Ein mögliches Ausschlussverfahren betrachten wir als ungerechtfertigt und unangemessen." Das erklärte ein Sprecher des FC Ostelbien Dornburg am Freitag auf Volksstimme-Nachfrage. "In einem solchen Fall werden wir die uns zustehenden Rechtsmittel einlegen." Das Präsidium des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) will am Dienstag bekannt geben, ob es ein Ausschlussverfahren beim LSB beantragen will. Das dürfte als sicher gelten, zumal der LSB selbst ein solches Verfahren gegen den Fußballkreisligisten aus dem Jerichower Land angekündigt hat.

Der Verein, von Mitgliedern der gewaltbereiten Hooligan-Gruppe "Blue White Street Elite" gegründet, hatte sich vor Gericht bereits 2011 die vom Fußballverband verweigerte Spielberechtigung erstritten. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass eine größere Gruppe von Spielern und Vereinsmitgliedern als rechtsextrem einzustufen ist.

Zu diesen Vorwürfen wollte sich der Verein im Detail nicht äußern. Der Sprecher wies sie aber als haltlos und unbegründet zurück. Erst im Falle eines Ausschlusses wolle man sich in einem Rechtsverfahren "umfassend zu den dann vorgebrachten Gründen des Verfahrens positionieren".

Vorwürfe gegen den Verband

Der Verein räumte ein, dass im Fall tatsächlicher Verfehlungen einzelner Dornburger Spieler auf dem Sportplatz dies nach der Spielordnung geahndet wurde, wie bei anderen Vereinen auch. Dem FSA lagen mindestens sechs solcher Sportgerichtsentscheide vor.

Zu vier Strafanzeigen gegen Dornburger Spieler wegen gewalttätiger Attacken auf Spieler der Heimmannschaft nach einem Fußballspiel in Paplitz Ende Juni ermittelt die Polizei. Der Ostelbien-Sprecher bedauerte es, dass es in der Angelegenheit bisher keine Kontaktaufnahme des FSA zum Verein gegeben habe. Der Verein sei bereit, "zusammen mit dem FSA die Vorwürfe aufzuklären und die Fakten richtigzustellen".

Wird der Platz entzogen?

Die Gemeinde Gommern will dem Verein bei einem Ausschluss den Platz entziehen, sagte Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Voraussetzung sei ein rechtskräftiger Ausschluss.

Der FC Ostelbien trainiert seit einiger Zeit in Leitzkau. Der Nutzungsvertrag mit der Ortschaft für den Sportplatz sieht nach Volksstimme-Informationen vor, dass dem Verein bei Ausschluss aus dem Spielbetrieb beziehungsweise bei politischen Aktivitäten des Vereins auf dem Sportplatzgelände die Platznutzung außerordentlich und fristlos gekündigt werden kann. In einer sonstigen Bestimmung heißt es auch, dass der Verein sich bereiterklärt, an gesellschaftlichen Höhepunkten und festlichen Veranstaltungen in der Ortschaft aktiv mitzuarbeiten.

In Dornburg, wo der FC Ostelbien zuvor trainiert hatte, rumort es. Der Ortschaftsrat fordert, dass der Verein Dornburg aus dem Namen streicht. Der touristisch beliebte Elbort mit dem Schloss der Mutter von Zarin Katharina II. fürchtet ein massives Imageproblem.

"Wir beobachten das mit erheblicher Sorge", sagte Hünerbein. In der Einheitsgemeinde gebe es eine rechte Szene. Im vorigen Jahr sei zudem ein rechtes Konzert verhindert worden. Ein direkter Zusammenhang zum Verein sei aber nicht erkennbar.