Barleben. Der vom Verband für Ernährung und Diätik eingeführte Tag der gesunden Ernährung, der jährlich am 7. März begangen wird, soll die Bevölkerung auf die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung aufmerksam machen. Gesund essen muss von frühester Kindheit an verinnerlicht werden, sagt die Ernährungstrainerin Martina Wöhlert. Deshalb kommt einmal in der Woche eine Handvoll Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren in das Barleber Familienzentrum der Lokalen Initiative Barleben (LIBa), um mit der Ernährungstrainerin vollwertige Gerichte zu kochen.

Es sind ganz normale Kinder, die grundsätzlich immer Süßigkeiten essen könnten, bei Wirsing das Gesicht verziehen und um alles, was irgendwie nach Vollkorn aussieht, einen großen Bogen machen. Für die Ernährungstrainerin ist das allerdings alles andere als normal: "Fertigprodukte, überzuckerte Kinderlebensmittel und einseitige Ernährung stören das natürliche Sättigungsgefühl und Geschmacksempfinden schon von klein auf massiv."

Martina Wöhlert weiß, wie Kinder vollwertig essen lernen können: "Eine der wichtigsten Regeln ist, Lebensmittel nicht in gut und schlecht einzuteilen. Kindern zu sagen, Milchschnitte sei böse und der Apfel sei gut, richtet eher Schaden an."

In ihrer Koch-AG "Sterneköche" sorgt sie dafür, dass die Kinder ganz unvoreingenommen an die gesunden Gerichte herangeführt werden. Der kleine Bruno ist bei den Sterneköchen auf den Geschmack von selbstgemachter Möhrensuppe gekommen. Früher war das nicht sein Fall, aber jetzt freut er sich, wenn sie zu Hause gekocht wird. "Dosensuppe schmeckt uns gar nicht mehr", sagen die Kinder einstimmig. Jonas findet seit neuestem Vollkornnudeln richtig klasse: "Mir schmecken die von Mal zu Mal besser. Ich habe mich richtig dran gewöhnt."

Wenn Martina Wöhlert mit den Kindern kocht, dann ist das gemeinsame Zubereiten, Auswählen und Anrichten fast wichtiger als die eigentliche Mahlzeit: "Kinder in die Zubereitung mit einzubeziehen, ist ein ganz wichtiger Prozess. Kinder erfahren so, wie aus einzelnen Produkten schmackhafte Gerichte entstehen. Sie sind an jedem einzelnen Schritt beteiligt und lernen so die Vielseitigkeit der Lebensmittel kennen."

In der LIBa-Küche steht eine selbstgebaute Ernährungspyramide. Julien erklärt: "Ganz unten sind die Getränke. Davon braucht man am meisten. Aber nicht zu süß. Dann kommen Brot, Nudeln und Kartoffeln. Die sind auch sehr wichtig. Ganz oben haben wir Kekse hingelegt. Davon brauchen wir nur wenig." Das Konzept ist einfach zu verstehen.