Magdeburg. "Der veränderte Umgang mit den Krankheiten erfordert Veränderungen bei den Gesundheitsberufen" – mit dieser Aussage bringt Eberhard Göpel, Professor für Gesundheitsförderung an der Hochschule Magdeburg-Stendal, Intention und Ziel der zweitägigen Tagung "Hochschulen für Gesundheit" auf den Punkt.

160 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten in Magdeburg über die Zukunft des Gesundheitssystems diskutiert. Geboten wurden neben Vorträgen auch Workshops zu Fragen von "Wie erreichen wir gesundheitsfördernde Arbeits- und Studienbedingungen für Gesundheitsberufe?" bis hin zu "Welche neuen Gesundheitsberufe können die primäre Gesundheitsversorgung nachhaltig stärken?".

Bislang gehe es im Gesundheitswesen vor allem um die Behandlung von Krankheiten unter der Leitung von Ärzten. "Insbesondere Menschen mit chronischen Kranken sind aber immer mehr selbst Experten", so Göpel. Deren Wissen und ihre Erfahrungen sollten in Zukunft bei der Gesundheitsversorgung genutzt werden. Bislang werde zu oft auf eine Standardbehandlung für alle Krankheitsfälle gesetzt.

Göpels kritisiert dabei auch das Gesundheitssystem: "Die Gesundheitspolitik in Deutschland ist von der Logik der Krankheitswirtschaft dominiert. Die Gewinnchancen sind umso höher, je mehr Krankheiten und Krankheitsgefahren identifiziert werden und je aufwändiger diese kuriert werden können."