Magdeburg (ph). Das Kultusministerium macht an den 1000 allgemeinbildenden Schulen in Sachsen-Anhalt "durchweg positive Lehr- und Lernbedingungen" aus. Bildungsstaatssekretär Winfried Willems (CDU) führte dazu gestern neue statistische Zahlen an, etwa zur Unterrichtsversorgung. Sie beträgt im laufenden Schuljahr durchschnittlich 105,2 Prozent. Das heißt, statistisch gesehen können mehr Unterrichtsstunden abgedeckt werden als benötigt.

Der Unterrichtsausfall ist laut Ministerium auf einem niedrigen Niveau verblieben. Im Schuljahr 2009/2010 seien durchschnittlich 1,5 Prozent der Stunden ausgefallen. Die höchste Quote wiesen die Förderschulen mit 2,6 Prozent auf.

Niedrige Zahlen gibt es auch nach wie vor bei den Klassenstärken. Im Durchschnitt besteht eine Grundschulklasse in Sachsen-Anhalt aus 18, eine Sekundarschulklasse aus 20 und eine Gymnasialklasse aus 23 Schülern. Durchschnittswerte sagen allerdings wenig aus über die tatsächliche Situation in einzelnen Regionen, etwa Ballungsgebieten.

Hoch ist hingegen das Durchschnittsalter der Lehrer an allgemeinbildenden Schulen: 49,1 Jahre. An Sekundarschulen liegt es sogar schon knapp über 50 Jahren. Das Land will künftig verstärkt neue Lehrer einstellen.

Anlass zur Sorge besteht bei den Schulabgängern. Zum einen ist ihre Zahl mit 14989 auf den niedrigsten Wert überhaupt gesunken. Zum anderen gibt es mit 12,7 Prozent einen unverändert hohen Prozentsatz von Schülern, die ohne einen Hauptschulabschluss die Schule beenden und somit schlechte Aussichten für ihren Berufsweg haben.

Willems sagte, die "erforderlichen Maßnahmen" zur Senkung dieser Quote seien bereits eingeleitet worden. Dazu zähle das laufende Programm für Schulsozialarbeit sowie die Lehrplanreform an den Sekundarschulen, die mehr Raum für das Erlernen elementarer Fähigkeiten schafft.