Die Taxigenossenschaft Magdeburg hat mit großer Mehrheit beschlossen, ab 2012 damit zu beginnen, ihre 148 Fahrzeuge mit Videokameras auszurüsten. Hintergrund ist der Überfall auf einen Taxifahrer am Wochenende.
Magdeburg l Bereits im September hatten Mitglieder der Taxigenossenschaft Magdeburg ihre Kollegen in Bremen besucht. Einige Wochen zuvor waren in Magdeburg-Ottersleben und der Innenstadt Taxifahrer überfallen worden. Und die Taxifahrer von der Elbe wollten sich darüber informieren, welche Erfahrungen die Bremer mit Überwachungseinrichtungen in ihren Fahrzeugen haben.
Wolfgang Verbeek, stellvertretender Vorsitzender des Taxirufs Bremen, sagte gestern zur Volksstimme: "Wir hatten viele Jahre lang das Problem mit Überfällen. Darunter auch ganz tragische Fälle. 1999 wurde ein Kollege getötet. Und 2008 wurde einer unserer Fahrer angeschossen. Er sitzt im Rollstuhl." Die Lage sei so angespannt gewesen, dass sich Fahrer kaum noch nachts auf die Straße getraut hätten.
Zwei gute Gründe: Hilfe bei Fahndung und Abschreckung
Die Lösung des Problems sei ein Windows-PC mit großem Monitor und Kamera gewesen, so Verbeek. "Zwei Dinge standen bei unseren Überlegungen im Mittelpunkt: Die Abschreckung - der Fahrgast sieht während der Fahrt sein eigenes Videobild und weiß, dass er aufgezeichnet wird - zweitens die Aufzeichnung, die nach einem Überfall die Fahndung unterstützt."
Seit dem Einbau der Technik vor drei Jahren habe es lediglich noch zwei Überfälle gegeben. "Wir haben zuvor 600 Fahrgäste gefragt, was sie von der Überwachungstechnik halten würden. 98 Prozent hatten Verständnis für unsere Maßnahme."
Wolfgang Bahls von der Magdeburger Taxigenossenschaft sagte gestern: "Durch den neuerlichen Überfall am Wochenende hat die ganze Sache eine Eigendynamik bekommen, die unser Vorhaben beschleunigt hat."
Fünf Unbekannte hatten am Sonnabend einen 52 Jahre alten Taxifahrer am südlichen Stadtrand überfallen, verletzt und ausgeraubt. Nach den Tätern wird immer noch gefahndet.
Überwachungselektronik bis zu 2500 Euro teuer
"Bereits am Mittwoch haben wir Besuch aus Bremen bekommen und die ganze Sache noch einmal durchgesprochen", so Bahls.
Bis zu 2500 Euro pro Fahrzeug koste die Umrüstung. Doch die Genossenschaft überlege, wie sie den ihnen angeschlossenen Taxiunternehmern mit Krediten unter die Arme greifen kann.
2012 soll begonnen werden, die 146 "Gelben" der Taxigenossenschaft umzurüsten. Und Bahls meint, dass wohl auch kein Datenschützer etwas dagegen haben dürfte, wenn an den Fahrzeugen deutlich gekennzeichnet werde, dass sie videoüberwacht sind.
Die Kamera im vorderen Bereich der Taxis speichert Bilder im 15-Sekunden-Takt. Diese werden jedoch nach 48 Stunden wieder gelöscht. Nach außen gehen die Aufnahmen nur im Falle eines Überfalls zur späteren Fahndungsunterstützung der Polizei. Lediglich wenn der Fahrer einen Notruf absetzt, wird sofort ein Bild an einen externen Server geschickt. Seite 5
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Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.
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