Mit Edda Ahrberg sprach Volksstimme-Redakteurin Silke Janko.
Volksstimme: Frau Drees war in der Wendezeit über Stendal hinaus sehr bekannt. Warum ist jetzt diese Biographie entstanden?
Edda Ahrberg: In der Zeitschrift "Horch und Guck" des Verbandes der Opfer des Stalinismus hatte ich einen Nachruf zu Erika Drees geschrieben, die am 11. Januar 2009 verstorben war. Ich hatte mir damals gesagt, man müsste eigentlich mehr über Erika Drees aufschreiben und habe es jetzt getan. Ich denke, es ist gut, es jetzt schon getan zu haben, drei Jahre nach ihrem Tod. Die Erinnerungen sind noch gegenwärtig und viele ihrer Weggefährten können noch befragt werden. Es sollte keine Biografie sein, sondern ich wollte ihren politischen Lebensweg nachzeichnen. Denn hier in unserer Region sind meist nur die späteren Jahre bekannt. Nur wenige Menschen wissen etwas über ihre Studienzeit und ihr Engagement für eine deutsch-deutsche Verständigung in den 1950er Jahren. Da sind die Erinnerungen noch sehr frisch.
Volksstimme: Wie sind Sie dabei vorgegangen?
Ahrberg: Ich habe eine ganze Reihe von Archiven durchgesehen, vom Bundesarchiv, dem Stasi-Archiv bis zum Archiv der Havemann-Gesellschaft. Ich habe mit vielen Weggefährten gesprochen, die selbst noch viel Material haben. Und natürlich auch mit ihrem früheren Ehemann und ihren drei Kindern. Das Erscheinen des Buches war nur möglich mit Unterstützung des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und des Kirchenkreises Stendal.
Volksstimme: Wie würden Sie denn das Wirken von Erika Drees aus heutiger Sicht beschreiben?
Ahrberg: Sie war eine Wanderin zwischen den Welten, wenn man ihre Jugendzeit betrachtet, wo sie sich bewusst für ein Leben in der DDR entschieden hatte. Im Herbst 1989 war sie eine wichtige Frau in der Region, die von der Basis agierte, die durch Taten auf sich aufmerksam machte und nicht durch Reden, die aber kein politisches Amt wollte. Leider spricht über sie heute fast niemand mehr. Nur noch die Leute, die sie kannten.
Volksstimme: Kannten Sie Frau Drees?
Ahrberg: Ich habe sie Anfang der 1990er Jahre kennen und schätzen gelernt, als es um die Aufarbeitung der SED-Diktatur und deren Folgen ging.
Volksstimme: Gibt es Bestrebungen, in Stendal in irgendeiner Form an Erika Drees zu erinnern?
Ahrberg: Es ist geplant, am Stendaler Rathaus eine Gedenkplatte anzubringen, die an die Bedeutung des Neuen Forums für die friedliche Revolution 1989 erinnert. Dort soll der Name von Erika Drees und der von Hans-Peter Schmidt, einem anderen wichtigen Oppositionellen, genannt werden. Ich finde es wichtig, dass das Wirken dieser mutigen Frau nicht vergessen wird. Sie ist ein sehr gutes Vorbild für Zivilcourage und bürgerschaftliches Engagement.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.
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