Magdeburg l Bötel mit Sauerkraut war gestern - kürzlich hat ein cleverer Magdeburger eine neue kulinarische Köstlichkeit zum Patent angemeldet: Die Dönersuppe. Nicht mit Schafskäse, Knoblauch und scharfer Soße, dafür mit viel Gemüse, Kartoffeln und natürlich Dönerfleisch vom Drehspieß schwappt die leckere Suppe in den Tellern der Magdeburger.

Otto isst flüssigen Döner: Zwei Jahre haltbar, ist die knallrote 400-Gramm-Konserve mit einem grünhaarigen Brillenträger als Logo der perfekte Lückenbüßer für den (äußerst seltenen) Fall, dass Bingöl-Grill und Co. um die Ecke mal nicht geöffnet haben sollten. Nur das eingeschweißte Fladenbrot suchen Freunde Kebap und Dürüm bislang vergeblich. Sei es drum - der Erfinder vertreibt sein Produkt mit zunehmendem Erfolg in den Feinkostläden der Landeshauptstadt und darf an dieser Stelle getrost als Visionär bezeichnet werden.

Füllt er doch zum Zwecke der Völkerverständigung ein typisches (eingedeutschtes) Gericht aus der Heimat unserer türkischstämmigen Mitbürger in die urdeutsche Konserve, wo es sich nahtlos neben Erbsen-, Kartoffel- und Linsensuppe einreiht. Genial: Der Tüftler hat auch an den demografischen Wandel und die alternde Bevölkerung in Sachsen-Anhalt gedacht. Vorbei die Zeiten, da man mühevoll den Rollator in den nicht-barrierefreien Döner-imbiss schieben musste, um seine Leibspeise kaufen. Nun reicht der Griff in den Vorratsschrank. Keine Zusatzversicherung für die Zähne abgeschlossen? Macht nichts, die Dönersuppe lässt sich auch ohne Gebiss schlürfen.

Bleibt Feinschmeckern nur der Wunsch, dass bald auch andere Gerichte deutscher Imbisskultur als flüssige Verführung im Topf dampfen: Pizza-Suppe, Currywurst-Suppe, Hot-Dog-Suppe - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und dann findet sich bestimmt auch wieder ein Liebhaber für Bötelsuppe mit Sauerkraut ...