Kiew (dpa). 25 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl geht in der Ukraine von radioaktiv verstrahlten Nahrungsmitteln immer noch Gefahr für die Gesundheit von Menschen aus. Eine unzulässig hohe Konzentration von strahlendem Cäsium-137 sei vor allem in Milch, Pilzen und Fleisch nachgewiesen worden, teilte die Umweltorganisation Greenpeace gestern auf einer Tschernobyl-Tagung in Kiew mit. Die Produkte würden oft auf Märkten außerhalb der Sperr- und Sonderzonen angeboten, sagte die Greenpeace-Wissenschaftlerin Irina Labunskaja. Sie kritisierte, dass die ukrainische Führung die staatliche Kontrolle von Nahrungsmitteln auf Radioaktivität eingestellt habe.

Labunskaja wies auch darauf hin, dass viele Menschen in der völlig verarmten Ex-Sowjetrepublik in den von Strahlung betroffenen Gebieten kaum Zugang zu "sauberen Lebensmitteln" hätten. Cäsium-137 könne zu Krebs und schweren Immundefekten führen. Besonders belastet sind Lebensmittel aus dem Schitomirsker und Rowensker Gebiet.