Magdeburg/Berlin (kc). Eine gute Nachricht für Deutschlands Vogelfreunde: Der Gartenrotschwanz, der in einigen Bundesländern auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten steht, ist wieder häufiger zu beobachten. Das hat die Aktion "Stunde der Gartenvögel" des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ergeben. Zu den Verlierern der Statistik zählt dagegen der Spatz.

Der südlich der Sahara überwinternde Gartenrotschwanz wurde deutschlandweit doppelt so häufig gezählt wie im Vorjahr. Den stärksten Zuwachs verzeichneten Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen, wo der Zugvogel als gefährdet gilt. In Sachsen-Anhalt hat sich die Zahl der Langstreckenzieher pro Garten mehr als verdoppelt.

In seiner "Stunde der Gartenfreunde" hatte der NABU wieder Naturfreunde dazu aufgerufen, alle Vögel zu melden, die sie innerhalb einer Stunde in ihrem Garten entdecken können. Die Daten von rund 40000 Teilnehmern sind nun komplett.

Vergleiche zu früheren Jahren ergeben teilweise überraschende Ergebnisse. So nimmt die Zahl der Spatzen, Deutschlands immer noch häufigster Vogel in Städten und Dörfern, kontinuierlich ab. In Berlin etwa wurden 16 Prozent weniger Haussperlinge gezählt als 2009, in Mecklenburg-Vorpommern sogar 27 Prozent weniger. Die Ursachen will der NABU nun näher untersuchen. "In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Spatzen in etwa gleichgeblieben", sagt Annette Leipelt vom NABU-Landesverband.

Die Spitze der Rangliste führen nach dem Haussperling Amsel und Kohlmeise an. Bei den Grünfinken, die 2009 in einigen Regionen mit einem Massensterben Schlagzeilen gemacht haben, gibt es Entwarnung. Zwar ist ihre Zahl in Sachsen-Anhalt weiter um 17 Prozent gesunken, im Bundesdurchschnitt blieb die Population jedoch stabil.

www.stunde-der-gartenvoegel.de

 

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