Erftstadt. Kinder und Jugendliche haben Angst vor schlechten Noten und bangen darum, dass sie die hohen Leistungserwartungen ihrer Eltern nicht erfüllen können. Gerade vor den Zeugnissen spitzt sich das schlechte Gefühl zu. Die Stimmung ist nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause angespannt. "Ich hoffe, dass meine mündliche Mitarbeit mich vor der Fünf in Mathe retten kann", sagt der 14-jährige Gymnasiast. "Meine Eltern würden einen Riesenärger machen. Handyverbot oder das Streichen des Fußballtrainings sind da vorprogrammiert." "Eltern sollten keine Strafen aussprechen, sondern ihr Kind aufmuntern, Halt geben und gemeinsame Lösungsstrategien entwickeln", empfiehlt Andrea Heiliger, Sprecherin des Bundesverbandes Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) e.V. "Dazu bieten sich ein Gespräch mit dem Lehrer, klare Lernverabredungen und möglicherweise auch Nachhilfe an." Die Bildungsreformen verunsichern Eltern. Sie sind orientierungslos, spüren Druck und geben diesen an ihre Kinder weiter. Sie wünschen sich gute Noten für ihre Kinder, damit sie später bessere Berufsaussichten haben." Doch wie können Eltern den Spagat zwischen notwendiger Herausforderung und übertriebenem Druck beherrschen? Wie sollten sie bei schlechten Noten reagieren? Und was können sie im Einzelnen tun? Dazu gibt der Bundesnachhilfeverband jede Menge Tipps:

■ 1. Verständnis zeigen: Schimpfen Sie nicht, sondern bieten Sie Ihrem Kind Hilfe an.
■ 2. Noten besprechen: Schauen Sie sich in Ruhe alle Noten an und überlegen Sie gemeinsam, woran es im Einzelnen gelegen haben könnte.
■ 3. Dialog mit Klassenlehrer führen: Fragen Sie den Klassenlehrer nach den Stärken und Schwächen Ihres Kindes und suchen Sie nach Lösungen.
■ 4. Nachhilfe geben: Besprechen Sie, ob ein Familienmitglied Hilfe leisten kann oder ob ein Nachhilfelehrer effektiver ist. Ein Nachhilfelehrer kennt den heutigen Schulstoff, beherrscht verschiedene Lernmethoden und sollte individuell auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen.
■ 5. Hausaufgaben: Sie sollten für gute Rahmenbedingungen sorgen und für Fragen zur Verfügung stehen, doch ansonsten sollte Ihr Kind eigene Erfahrungen machen. Das ist wichtig für das Selbstbewusstsein Ihres Kindes.
■ 6. Klassenarbeiten: Animieren Sie Ihr Kind, rechtzeitig zu üben und nehmen Sie seine Angst vor Klassenarbeiten ernst. Geben Sie ihm das Gefühl, dass Sie es auch wertschätzen, wenn es Ihre Erwartungen nicht erfüllt.
■ 7. Zeitmanagement überdenken: Werden die Hausaufgaben zügig erledigt oder herrscht hier Chaos? Dann könnte ein Konzentrationstraining oder ein Zeitmanagement- Kurs helfen. Gibt es zu viele Freizeitaktivitäten, bleibt zu wenig Raum für Entspannung oder einfach nur zum Trödeln?
■ 8. Selbstvertrauen/Motivation: Zählen Sie Schul- oder Freizeitsituationen auf, die Ihr Kind erfolgreich gemeistert hat. Das motiviert und gibt Selbstvertrauen in schwierigen Situationen.
■ 9. Gute Ernährung, genügend Schlaf, ausreichend Bewegung: Nicht nur das Gehirn, sondern auch das körperliche Wohlbefinden ist wichtig für die Leistungen Ihres Kindes. Sorgen Sie deshalb für eine gesunde Balance in der Schule und auch zu Hause. www.nachhilfeschulen.org Ki