Fürth - Den Ex-Partner nach der Trennung mit Respekt behandeln: Das nehmen sich viele Eltern vor. Doch nicht immer gelingt es. Besonders, wenn viele Kränkungen dem endgültigen Aus vorangegangen sind. Für Kinder ist es aber extrem wichtig, dass sie nicht das Gefühl bekommen, zwischen Mama und Papa wählen zu müssen.

"Oft trauen sie sich dann nicht, dem Elternteil etwas Positives über den anderen zu erzählen", sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Online-Beratung der
Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Das stürzt Mädchen und Jungen unweigerlich in einen Gewissenskonflikt.


Selbst wenn verletzte Gefühle im Spiel sind, sollten Absprachen über die Kinder mit dem Ex-Partner noch möglich sein. Auch der Nachwuchs braucht das Gefühl, jederzeit Mama oder Papa anrufen oder eine Nachricht schicken zu können. Gelingt ein respektvoller Umgang gar nicht, kann es sinnvoll sein, dass eine dritte Person beispielsweise das Kind bei einem Elternteil abholt und zum anderen bringt. Das nimmt der emotional ohnehin aufgeladenen Situation der Übergabe die Spitze.

Kommt das Kind nach einem Wochenende beim Vater wieder zur Mutter, ist es okay, wenn es nicht gleich alles erzählt. "Man darf nicht verärgert sein, wenn nur einsilbige Antworten auf die Frage "Wie war es?" kommen." Wichtiger sei, das Kind zu beobachten: Wirkt es gelöst oder bedrückt? Spricht es von sich aus Sachen an, die an dem Wochenende blöd gelaufen sind, sollte man es ermuntern, das selbst zu klären. Eingreifen muss man erst dann, wenn der Partner unzuverlässig ist und den Nachwuchs nicht wie verabredet abholt.