München - Die Risiken der Grippe für Kinder werden manchmal unterschätzt. Experten aus ganz Europa plädieren dafür, die echte Grippe ( Infl uenza ) bei Kindern als ernsthafte Gefahr anzuerkennen. Drei von vier Grippe-Patienten in Deutschland sind Kinder und Jugendliche, wie Prof. Dr. Werner Lange im so genannten " RealFlu-Report " der Hoffmann- La Roche AG darstellt. Häufiger als bei Erwachsenen drohen Kindern ernstzunehmende Komplikationen, die auf lange Sicht ihre Gesundheit und Entwicklung gefährden können.

Bei vier von zehn jüngeren Kindern entwickelt sich eine Mittelohrentzündung, die Hörprobleme verursachen kann. Dies kann unter anderem die Sprachentwicklung verzögern. Ferner entwickeln Kinder als Folgeerkrankungen vermehrt lebensbedrohliche Lungenentzündungen oder Fieberkrämpfe.

Bei kleineren Kindern ist die Grippe oft schwer zu erkennen, weil sie die eigenen Symptome meist nicht richtig schildern können. Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen der Grippe genau zu kennen um früh zu behandeln. Der wichtigste Hinweis auf die Virus-Grippe bei Kindern sind Fieber, Schüttelfrost und Husten.

Eine vorbeugende Schutzimpfung wird von der Ständigen Impfkommission ( STIKO ) am Robert Koch-Institut besonders für Kinder und Jugendliche mit einem Grundleiden empfohlen. Dazu gehören chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis. Auch für Kinder mit einem angeborenen Herzfehler oder Kinder mit Diabetes wird sie empfohlen und von den Kassen übernommen, wie der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte ( BVKJ ) berichtet.