Magdeburg - Maligne Lymphome ( lat. Malignitas = Bösartigkeit ) sind Tumore, die von den Lymphknoten, den Rachenmandeln oder von den Zellen des Lymphsystems ausgehen. Sie können auch auf andere Organe wie die Leber oder die Lunge übergreifen. Die Erkrankungsrate hat sich seit den 90 er Jahren auf rund 15 000 Fälle pro Jahr verdoppelt. Mediziner suchen fi eberhaft nach neuen Therapien.

Bei rund 85 Prozent der Befunde handelt es sich um die hoch malignen Non-Hodgkin-Lymphome, kurz " NHL ". Diese sind wiederum in 55 Prozent der Fälle so aggressiv, dass sie unbehandelt innerhalb weniger Monate zum Tod führen können. Erste Symptome sind fast immer schmerzlose Lymphknotenvergrößerungen. Eine Eigenschaft der Lymphome ist, dass sie keine spezifischen und manchmal nur sehr geringe Beschwerden verursachen, die auch bei weniger schwerwiegenden Erkrankungen vorkommen. Dazu zählen Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Sodbrennen sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem NHL zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Am häufi gsten tritt die Krankheit zwischen dem 45. und dem 70. Lebensjahr auf. Die Auslöser der meisten Lymphome sind unbekannt. Wissenschaftler vermuten eine Schwächung des Immunsystems in Verbindung mit Umweltbelastungen, vor allem durch Schwermetalle und Herbizide / Pestizide, sowie eine erhöhte UV-Strahlenbelastung als Mitursachen.

Als Behandlungsmethoden der verschiedenen Erkrankungsformen werden insbesondere Strahlen- und Chemotherapien eingesetzt. In den letzten Jahren haben sich die Heilungschancen deutlich verbessert. Ein entscheidender Durchbruch gelang 2004 mit einer Kombination von klassischer Chemotherapie und dem monoklonalen Antikörper Rituximab. Der Antikörper ist ein künstlich hergestelltes Eiweiß, das natürliche Abwehrprozesse des Körpers gegen die Krankheit aktiviert.

Informationen und Hilfen erhalten Patienten beim Kompetenznetzwerk Maligne Lymphome ( www. lymphome. de ), das von Forschern und praktischen Ärzten mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums ( BMBF ) ins Leben gerufen wurde. Sein Ziel ist eine Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten. Unter anderem werden zurzeit in 60 Therapieoptimierungs-Studien rund 11 000 Patienten behandelt. Studienzentren befi nden sich unter anderem in Magdeburg ( Städtisches Klinikum, Universitätsklinikum ), Bernburg ( Klinikum Bernburg ) und in Halberstadt ( Ameos Klinikum ). Anschriften örtlicher Patienten-Selbsthilfegruppen sind im Internet abrufbar.

www.leukaemie-hilfe.de

www.lyphome.de