München - Das feuchtwarne Wetter der vergangenen Wochen sorgt dafür, dass die Pilze aus dem Wald sprießen. Bevor man " in die Pilze geht " sollte man sich jedoch mit den tödlich giftigen Pilzen genauestens vertraut machen, rät der bayrische Pilzinformationsdienst am Klinikum Rechts der Isar. Ein geschultes Auge ist notwenig, um die Giftpilze von ihren essbaren Verwandten zu unterscheiden. Oft ähneln sich die Pilze in erstaunlicher Weise. So kann der weißliche, spitzhütige Knollenblätterpilz zum Beispiel sehr leicht mit dem gewöhnlichen Waldchampignon verwechselt werden. Kenner unterscheiden nach Farbe, Größe, Form und Geruch.

Wer nicht Gefahr laufen will, an einer Pilzvergiftung zu sterben, muss alle Pilze anhand ihrer Beschreibungen in wissenschaftlichen Büchern bestimmen.

Das tückische an den Pilzvergiftungen ist, daß sie sich oftmals erst nach mehreren Stunden oder gar einem Tag bemerkbar machen. Vielfach denkt man dann gar nicht mehr an die Mahlzeit. Sobald die Giftstoffe in die Leberzellen wandern, kann es zu heftigen Bauchkrämpfen und Brechdurchfällen kommen.

Schon bei dem geringstem Verdacht auf eine Vergiftung sollten Sie den Notarzt anrufen, raten die Expterten. Auskünfte gibt auch die mitteldeutsche Giftnotrufzentrale Telefon ( 0361 ) 730730.

Sehr wichtig beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung ist die Sicherstellung von Pilzresten. Man sollte alle Überreste - selbst die kleinsten Reste der Pilzmahlzeit und der Pilzabfälle - ins Krankenhaus mitnehmen. Auf diese Weise kann der Experte die Pilzart genau bestimmen, was für die Behandlung des Betroffenen eine wichtige Rolle spielt.