Magdeburg - Darmkrebs ist eine Diagnose, die in Deutschland jedes Jahr mehr als 71 000 Menschen mitgeteilt werden muss. Damit ist Darmkrebs bundesweit die Tumorerkrankung mit der höchsten Zahl an Neuerkrankungen pro Jahr. Etwa 29 000 Menschen sterben jährlich daran. Dies ist deswegen so tragisch, weil die Mehrzahl noch leben würde – wäre sie nur früher und besser über die Krankheit informiert gewesen und darüber, wie sie verhindert werden kann.

Im März läuft deshalb auch in diesem Jahr wieder eine große Aufklärungskampagne der Stiftung LebensBlicke e. V. mit dem Ziel, dieses Informationsdefizit zu beheben. " Das größte Problem besteht heute darin, dass Darmkrebs ein Tabu-Thema ist, weswegen nicht ausreichend darüber gesprochen und informiert wird, " berichtet Dr. Stefan Kahl, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am Städtischen Klinikum Magdeburg, der auch als Fortbildungskoordinator für die Stiftung LebensBlicke e. V. arbeitet.

Tatsächlich kann man heute wirksam das Risiko einer Darmkrebserkrankung vermindern, indem man gesund lebt und rechtzeitig die Untersuchungen zur Früherkennung wahrnimmt.

Frauen und Männer ab 55 Jahren sollten an der Vorsorge-Darmspiegelung teilnehmen. Die Kosten dafür werden von den Krankenkassen übernommen. Wichtig ist es, diese Vorsorgeuntersuchung zu nutzen, bevor Beschwerden auftreten. Bei der Vorsorge-Darmspiegelung fallen erste Anzeichen dann meist so früh auf, dass Darmkrebs ganz vermieden werden kann.

Trotzdem nehmen nur wenige Menschen dieses Angebot wahr : Nur weniger als ein Drittel der Berechtigten gehen zur Vorsorge-Darmspiegelung. Viele Menschen warten, bis Beschwerden aufgetreten sind. Krampfartige Schmerzen im Unterbauch, unregelmäßiger, wechselhafter Stuhlgang mit Blutbeimengungen oder eine Gewichtsabnahme können Symptome von Dickdarmkrebs sein. Wenn jedoch diese Beschwerden aufgetreten sind, besteht häufig schon Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Das Frühstadium, das man mit der Vorsorge-Darmspiegelung erkennen kann, ist dagegen in der Regel symptomlos.

Eine Informationsveranstaltung für Patienten am 28. März ab 18 Uhr im Städtischen Klinikum Magdeburg soll helfen, die vielen Ängste und Informationsdefi zite zu reduzieren. Veranstalter sind die Klinik und die Stiftung LebensBlicke. Veranstaltungsort ist der Speisesaal im Städtischen Klinikum, Birkenallee 34.

Internisten und Chirurgen werden über Ursachen, Risikofaktoren, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Dickdarmkarzinomen berichten und alle Fragen zu diesem Thema beantworten. " Wir wollen auch über Risikofaktoren informieren und die heutigen Möglichkeiten der Therapie darstellen ", berichtet Dr. Stefan Kahl.

Weil Vorsorge aber besser als Heilen ist, stehen die Möglichkeiten der Vermeidung von Darmkrebs im Zentrum der Informationsveranstaltung.