Hamburg - Der Patient schaut auf eine Farbpalette. Spontan soll er entscheiden, welche Farbe ihm am besten gefällt. " Danach lässt sich bereits eine erste Diagnose stellen ", erläutert Ursula Saß. Die Heilpraktikerin aus Hamburg bietet Farbtherapie als Teil ihrer Behandlung an. " Farben haben einen positiven und sehr individuellen Einfl uss auf unser Wohlbefinden ", sagt sie.

Wer auf Grün tippt, brauche Ruhe, wer Rot als Lieblingsfarbe wählt, liebe Aktivität. " Anhand der Farbauswahl kann ich auch erkennen, auf welcher Ebene die Beschwerden liegen ", erklärt Saß. So könne sie sehen, ob beispielsweise energetische Defizite vorliegen oder ob der Patient unter Stimmungsschwankungen leidet.

Im Farbtherapiebereich gibt es mittlerweile unterschiedliche therapeutische Ansätze. Ursula Saß arbeitet mit dem Audiocolorgerät. " Dabei werden Farben in Schwingungen umgesetzt ", sagt die Heilpraktikerin. Das heißt : Der Patient sieht keine Farben, sondern er wird mit den Frequenzen der jeweiligen Farben behandelt. Während der Behandlung werden Magnetköpfe auf bestimmte Körperstellen gelegt und sollen durch die Schwingungen stimuliert werden.

Außerdem werden die Farben durch Töne hörbar gemacht. Rot entspricht zum Beispiel dem Ton G auf der Tonleiter, Blau wird als D vertont. Vor allem bei Beschwerden wie Schlafstörungen, Nervosität, Winterdepression, Neurodermitis und bei allen chronischen Krankheiten verschaffe diese Therapieform Linderung.

Zusätzlich könnten die Farben über spezielle Öllampen visualisiert werden. " Als farbliche Ergänzung eignen sich auch Öle, die auf der Haut verrieben werden ", betont die Farbexpertin. Eine Sitzung dauert 10 bis 15 Minuten, der Erfolg stelle sich bereits nach wenigen Therapiestunden ein.

Allerdings sei die Methode nicht für jeden geeignet. Die dissonanten Tonfolgen würden manche Patienten als unangenehm empfi nden. " Anderen wiederum hilft schon eine Sitzung, um besser schlafen zu können oder Stress abzubauen ", berichtet Saß.

Gelbe Zimmer lösen Lernblockaden

Einen anderen Einsatz fi nden Farben in der Farbpunktur, die der Heilpraktiker Peter Mandel entwickelte. Hierbei wird ein Farbstrahl über eine spezielle Sonde auf Akupunkturpunkte gerichtet. Wie bei der klassischen Akupunktur sollen die Zellfunktionen durch diese Behandlung angeregt und reguliert werden.

Die Heilpraktikerin Bärbel Bröskamp aus Rheine behandelt mit dieser Therapieform vor allem Kinder und Säuglinge : " Es hilft zum Beispiel gegen Schlafstörungen oder Verdauungsprobleme. " Die Farbe Gelb rege die Tätigkeit des Magens an und heitere das Gemüt auf. Bröskamp : " Ein gelb gestrichenes Zimmer kann auch Lernblockaden bei Kindern lösen. "

Grün dagegen diene der Regeneration und lindere chronische Krankheiten, während Orange die Heiterkeit fördere und daher vor allem Menschen, die zu Depressionen neigen, helfen könne. Rot hingegen bringe das Blut in Bewegung und sei damit ein geeignetes Mittel gegen Durchblutungsstörungen.