Es ist noch nicht lange her, da machte die "Low-Fat"-Diät von sich reden: Abnehmen durch konsequenten Verzicht auf Fett beim Essen. Strenge Varianten dieses Ernährungsprogramms erlauben nur 30 Gramm Fett pro Person und Tag. Dabei zeigen sich schnell die Nachteile dieser drastischen Reduktionsmethode: Eine Unterversorgung mit essentiellen Fettsäuren kann Heißhungerattacken auslösen, die bei den Diät-Absolventen leicht zu einem Rückfall in alte Essgewohnheiten führen. Abgesehen davon schadet eine zu starke Fettreduzierung dem Körper. Nahrungsfette sind lebensnotwendig: Mit ihrer Hilfe baut der Organismus Zellwände auf, verwertet Vitamine und bildet Hormone.
Weniger radikale Formen von "Low-Fat" sehen vor, dass nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr – also maximal jede dritte Kilokalorie – aus Fett stammen dürfen. Dagegen empfiehlt die American Heart Association immerhin 35 Prozent der Gesamtenergiemenge als Fett. Begründung der Wissenschaftler: Weniger schmeckt nicht. Denn die Lipide sind der wichtigste Geschmacksträger im Essen. Kein Wunder, dass sich die wenigsten Menschen an die 30-Prozent-Regel halten. Der durchschnittliche Fettverzehr liegt bei 120 Gramm pro Person und Tag.
Ernährungsexperten gehen heute davon aus, dass die reine Fettminimierung nicht der Königsweg zum dauerhaften Wunschgewicht ist. Die Lösung sehen sie in einer fettbewussten – jedoch nicht fettarmen – und gleichzeitig fettmodifizierten Ernährung. Das heißt: Bei einem moderaten Fettkonsum mit 60 bis 80 Gramm Fett täglich kommt es darauf an, welche Art von Fetten man zu sich nimmt.
Beim bewussten Genuss können so genannte Lipidbinder helfen. Das sind natürliche Faserstoffe wie Polyglucosamin L112 (rezeptfrei in Apotheken), die im Magen-Darm-Trakt große Mengen Nahrungsfette an sich binden und damit der Resorption entziehen. Die gebundenen Lipide werden unverwertet ausgeschieden, wodurch sich die Kalorienzufuhr deutlich verringert. Täglich lässt sich so – auch ohne einschneidenden Verzicht – eine beachtliche Menge Kilokalorien sparen.
Bei der Auswahl der Fette gilt: Solche pflanzlicher Herkunft sind tierischen Fetten gegenüber zu bevorzugen. Denn Pflanzenfette sind reich an so genannten essentiellen (einfach und mehrfach ungesättigten) Fettsäuren. Sie kommen vor allem in kaltgepressten Pflanzenölen wie zum Beispiel Raps- oder Distelöl vor, aber auch in Oliven, Avocados, Nüssen, Samen und Seefisch. Fleisch, Wurst, Butter, Käse und Sahne sowie Kokos- und Palmfett sollten dagegen nur in Maßen verzehrt werden, denn sie enthalten besonders viele gesättigte Fettsäuren, die zu erhöhtem Cholesterin im Blut führen und in Folge zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen können.
Übrigens, durch Fettsparen alleine wird kaum jemand schlanker. Zum Abspecken gehört regelmäßig etwas Sport. Denn nur bei einer negativen Energiebilanz, wenn also mehr Kalorien verbraucht als zugeführt werden, geht der Körper zur Deckung des Energiebedarfs an die Fettreserven – und die überschüssigen Pfunde schmelzen.
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