Heute ist der internationale CFS-Tag. CFS steht für Chronic Fatigue Syndrom, auf Deutsch : Chronisches Erschöpfungssyndrom. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland rund 300 000 Menschen an dieser Krankheit, deren Ursachen weitgehend unbekannt sind und die nach Expertenmeinung zu selten erkannt wird.

Magdeburg ( rgm ). Anhaltende Erschöpfung trotz ausreichendem Schlaf und langer Erholungsphasen – viele kennen das Phänomen, das in der Medizin Chronisches Erschöpfungssyndrom ( englisch Chronic Fatigue Syndrome, abgekürzt CFS ) genannt wird. Zur chronischen Erschöpfung der Patienten kommen nach Auskunft der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt häufig auch Schmerzen in Kopf und Hals, an Muskeln und Gelenken sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Nervenzuckungen und Kribbeln im Körper, Depressionen, Ohrgeräusche, Sehstörungen und Allergien.

Ursachen unbekannt

Auf die Verbreitung der Erkrankung, ihre Symptome und Ursachen will seit 1993 alljährlich am 12. Mai der " Internationale Chronische Erschöpfungssyndrom-Tag " öffentlich aufmerksam machen. Das Datum erinnert an den Geburtstag der englischen Krankenschwester Florence Nightingale, die ab ihrem 35. Lebensjahr an einer CFS-artigen Erkrankung litt.

Trotz umfangreicher internationaler Forschungen zum CFS wird die Krankheit mit dem recht harmlos klingenden Namen in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutsch-land nicht ausreichend als eine ernsthafte gesundheitliche Gefährdung akzeptiert, meint Melanie Rosche von der Landesvereinigung für Gesundheit. Hinzu komme, dass die genauen Ursachen und Krankheitsmechanismen der CFS auch für Wissenschaft und Forschung bislang weitgehend unbekannt blieben. Neueste Forschungen gehen davon aus, dass bei CFS das Zusammenspiel von Immun-, Nerven- und Hormonsystem aus der Balance geraten ist.

" Viele Experten meinen, dass anhaltender Stress und psychische Faktoren eine wichtige Rolle für den Ausbruch der Krankheit spielen ", so Rosche. Darum sei es wichtig, ungesunden Stress und ihn auslösende Faktoren im Beruf wie im Privaten zu minimieren und Verhaltensmuster zu erlernen, die die negativen Wirkungen von Stress reduzieren können.

Abwechslung bei der Erledigung von Arbeitsaufgaben und die Verlagerung geistig anspruchsvoller Tätigkeiten auf die Morgenstunden wegen der dann größten physischen und psychischen Leistungsbereitschaft können Stress ebenso mindern wie kleine Entspannungspausen. " Mit leicht erlernbaren Entspannungstechniken lässt sich auch bei einer stressigen Situation in Job und Familie ein klarer Kopf und ein ruhiger Puls behalten ", sagt Rosche und verweist darauf, dass viele Krankenkassen dazu kostenlose Kurse anbieten.

Noch ein Tipp : Treiben Sie mal wieder Sport, denn Sport macht belastbarer und baut negativen Stress ab. Besonders Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Wandern sind ein guter Ausgleich zum Stress. Wichtig ist dabei nur eins : Sport darf selbst nicht zum Stressfaktor werden. Spaß und Lebensfreude sollten immer im Vordergrund stehen.