Magdeburg - Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden, sowie Neugeborene mit einem geringen Geburtsgewicht sollten generell durch Impfung gegen eine Infektion mit Pneumokokken geschützt werden. Weil diese Bakterien ( Streptococcus pneumoniae ) bei besonders gefährdeten Säuglingen Lungenentzündung, Hirnhautentzündung und Blutvergiftung, aber auch eitrige Infektionen im Hals-Ohren-Bereich und am Auge verursachen können, sollte die Immunisierung sehr zeitig, möglichst gleich nach Vollendung des 2. Lebensmonats, beginnen.

Auch der Schutz von bisher ungeimpften Kindern im Alter zwischen 24 Monaten und 4 Jahren, bei denen eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung vorliegt, wurde neu in die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission STIKO am Robert Koch-Institut Berlin aufgenommen. " Etwa ein Viertel der oft schwer verlaufenden Pneumokokken-Infektionen

im Kindesalter betreffen Zwei- bis Vierjährige ", erläutert Dr. Hanna Oppermann vom Arbeitskreis Impfen. Die Änderung des Impfschemas durch die STIKO wurde durch eine erweiterte Zulassung des Impfstoffs für diese Altersgruppe möglich.

" Pneumokokken gehören bei etwa jedem Zweiten zur normalen Bakterienfl ora des Mund- und Rachenraumes. Diese Bakterien können ähnlich wie Grippeviren beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen werden ", erläutert Dr. Oppermann. Gefährlich für Kinder werden sie erst bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder wenn die Babys zu klein, zu schwach oder zu früh geboren sind. Daher sollten sich Eltern von Kindern mit solchen Risiken beim Kinderarzt über die Möglichkeit einer Impfung gegen Pneumokokken beraten lassen.

Der neue Konjugat-Impfstoff für Kleinkinder ist speziell gegen die sieben für dieses Alter gefährlichen Typen der Pneumokokken gerichtet und kann zusammen mit anderen Impfungen verabreicht werden. Abhängig vom Alter des Kindes sind zwei bis vier Impfungen notwendig.