Berlin - Warum nehmen eigentlich viele Menschen zu, wenn sie aufhören zu rauchen ? Im Prinzip gibt es drei Gründe : Erstens erhöht Nikotin künstlich den Stoffwechsel. Der Körper verbrennt deshalb täglich rund 200 Kilokalorien mehr, die man nach dem Rauch-Stopp auf eine andere Art und Weise loswerden muss. Zweitens kann das Rauchen eine Zeit lang das Hungergefühl unterdrücken. Drittens versuchen viele Ex-Raucher, den Appetit auf die Zigarette mit kalorienreichen Leckerbissen, zum Beispiel mit Schokolade, zu verdrängen.

Was tun, wenn man nach der letzten Zigarette nicht dick werden will ? Zuerst einmal braucht es eine Portion Gelassenheit. Keine Panik, wenn die Waage zwischendurch ein paar Pfund mehr anzeigt. Das ist kein Gesundheitsrisiko – schon gar nicht im Vergleich zu den gesundheitlichen Gefahren, die das Weiterrauchen mit sich bringen würde. Außerdem : Zwei oder drei Kilo mehr können bei Ex-Rauchern auch gut aussehen, schon weil die Haut durch den fehlenden Qualm frischer strahlt.

Will man sein altes Gewicht halten, gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens die Kalorienzufuhr reduzieren – aber ohne zu hungern ! Nur bei Fett und Zucker sollte Schmalhans Küchenmeister sein. Denn in diesen Lebensmitteln stecken extrem viele Kalorien und wenig Volumen, das den Magen füllen kann. Viel fi gurfreundlicher sättigen ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Gemüse, Obst oder Vollkornprodukte. Die haben viele Pflanzenfaserstoffe, die keine Kalorien liefern aber den Magen schön voll machen. Außerdem stecken dort gesunde Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe drin. Ganz wichtig für eine kalorienreduzierte Ernährung : Viel trinken, mindestens zwei Liter kalorienarme Getränke am Tag, wie Mineralwasser, Tee oder Fruchtsaftschorle. Die füllen den Magen und halten den Stoffwechsel in Schwung.

Sein Gewicht kann auch halten, wer sich mehr bewegt. Bei einer halben Stunde Walken verbraucht man zum Beispiel 180 Kilokalorien, beim Radfahren 220, beim Ski-Langlauf 320 und beim Joggen sogar 440 Kilokalorien. Um den inneren Schweinehund zu überlisten, empfiehlt sich es sich, die körperlichen Aktivitäten ganz bewusst in den Tagesablauf einzuplanen. Also Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Bus – und wenn Bus, dann vielleicht zwei Stationen früher aussteigen. Zwei bis dreimal pro Woche ist eine Extra-Bewegungsstunde ratsam, am besten mit Gleichgesinnten im Sportstudio, in der Schwimmhalle, beim Lauftreff im Park oder mit den Langlaufskiern durch den Wald. So sind 200 Kilokalorien schnell verbraucht.

Hinzu kommt : Sportliche Aktivität verbrennt nicht nur Kalorien, sie baut auch Muskeln auf, die dann sogar im Ruhezustand mehr Energie verbrauchen als anderes Gewebe. Außerdem regt Bewegung den Darm an, die Verdauung funktioniert besser.

Sportliche Aktivitäten ohne Glimmstängel machen auch viel mehr Spaß. Denn Nichtraucher haben schon nach einigen Tagen einen längeren Atem.