Frage : Was ist zu tun, wenn Kinder stottern ? Es antwortet Dr. Wilma Vorwerk, Oberärztin der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Magdeburg.

Stottern ist eine Störung des Sprechablaufes. Der Redefluss ist gestört durch Wiederholungen, Dehnungen oder Blockierungen einzelner Laute und Silben. Zusätzlich kann es zu körperlichen Mitbewegungen kommen, wie das Grimassieren ( Verziehen der Gesichtsmuskulatur ).

Die Ursachen für die Entwicklung des Stotterns sind sehr unterschiedlich und vielgestaltig. In vielen Fällen besteht eine familiäre Belastung. Man geht davon aus, dass genetische Ursachen eine große Rolle spielen. Das männliche Geschlecht ist ca. 3 mal häufiger betroffen als das weibliche. Der Beginn liegt meist im Vorschulalter.

Da die Entstehung des Stotterns am ehesten multifaktoriell bedingt ist, existieren bisher keine einheitlichen Therapiekonzepte. Der Nutzen jeder Methode ist also von individuellen Gegebenheiten abhängig. Da das Stottern ein komplexes Störungsbild darstellt und den Betroffenen in seiner sprachlichen Kommunikation sehr einschränkt, sollte bereits bei ersten Anzeichen ein Facharzt für Phoniatrie / Pädaudiologie

oder HNO-Heilkunde zu Rate gezogen werden. Nach einer umfassenden Untersuchung und logopädischen Beurteilung wird dann die notwendige Therapiestrategie festgelegt. Neben der ambulanten logopädischen Betreuung werden auch Sprachheilkuren, oder spezielle Sprachcamps empfohlen. ( ukl )

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