Mir wurde eine Dread-Disease-Versicherung empfohlen. Was genau ist darunter zu verstehen, und was sollte ich beim Abschluss dieser Versicherung beachten ? Es antwortet Finanzexpertin Ingrid Laue : Wenn Sie sich vor schweren Krankheiten mit ihren Folgen finanziell absichern wollen, können Sie über den Abschluss einer Dread-Disease-Versicherung nachdenken. Eine deutsche Bezeichnung gibt es leider nicht für das Produkt. Dread Disease heißt so viel wie " schlimme Krankheit ". Der Schutz kann je nach Versicherungsgesellschaft in Kombination mit einer Risiko-, Kapitallebens-, Renten- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Sie bietet dann neben der Vorsorge für den Todesfall bzw. der Altersvorsorge Leistungen bei lebensbedrohenden Krankheiten, unter Umständen sogar lebenslang.

Welche Krankheiten unter den Schutz der Police fallen, ist im Versicherungsvertrag definiert. Typische Krankheiten sind zum Beispiel Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Multiple Sklerose, Nierenversagen oder Bypass-Operationen der Herzkranzgefäße.

Bei einer Dread-Disease-Police wird die vereinbarte Versicherungssumme plus Überschüssen in einer Summe ausgezahlt, sobald die in der Police vereinbarte Krankheit vom Facharzt diagnostiziert wird. Wofür der Kranke dann das Geld verwendet, bleibt ihm überlassen.

Für eine Versicherungssumme von 100 000 Euro und Endalter 60 zahlt ein 40 jähriger Mann etwa 52 bis 70 Euro, eine 45 jährige Frau muss zwischen 74 bis 94 Euro monatlich berappen. Raucher zahlen noch mehr. Eine gründliche Gesundheitsprüfung ist vor dem Abschluss der Police zwingend.

Die Dread-Disease-Versicherung kann für viele, die keinen Berufsunfähigkeitsschutz bekommen können, eine gute Alternative zur privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung sein. Sie kann sich aber auch als nützliche Erweiterung zu bestehenden Berufsunfähigkeits-, Unfall-, Kranken- und Pflegeversicherungen empfehlen.

Vor allem Selbständige, deren Existenz bei schwerer Erkrankung ernsthaft gefährdet ist, sollten über eine Dread-Disease-Versicherung nachdenken. Aber auch alleinverdienende Familienväter, die einer Berufsgruppe angehören, für die eine Berufsunfähigkeitsversicherung nahezu unerschwinglich ist, die aber ihre Familie absichern wollen und vielleicht auch noch ein Haus abzuzahlen haben, sollten über diese Versicherung nachdenken.

Eine Dread-Disease-Police wird nur von einigen Versicherungsgesellschaften als Haupt- oder Zusatzversicherung angeboten. Wenn Sie sich für eine solche Police interessieren, sollten Sie die unterschiedlichen Versicherungsbedingungen der einzelnen Anbieter sehr genau lesen und die Anbieter mit ihren Tarifen gründlich vergleichen und sich beraten lassen. Wichtig ist dabei auch, zu prüfen, mit welchen Versicherungsbausteinen eine Kopplung sinnvoll erscheint. ( ila )

leserfragen@ regio-m.de