Frage : Ich habe gehört, dass es in einigen Ländern Probleme mit Mumps gibt. Was ist für Reisende zu beachten ? Es antwortet Dr. Hanna Oppermann vom Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt.

Mumps, häufig auch Ziegenpeter genannt, wird durch Tröpfchen übertragen – wie sie etwa beim Niesen und Husten entstehen. Etwa zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung kann die Krankheit ausbrechen. Häufig kommt es zu einem uncharakteristischen grippalen Infekt mit Fieber. Typisch, allerdings nicht immer vorhanden, ist eine Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Bei älteren Jungen nach der Pubertät und bei erwachsenen Männern kann zudem eine beidseitige Hodenentzündung auftreten. Als Spätfolge kann diese Entzündung in sehr seltenen Fällen eine Zeugungsunfähigkeit nach sich ziehen.

In Sachsen-Anhalt ist Mumps eine meldepfl ichtige Erkrankung. Pro Jahr werden etwa 30 Krankheitsfälle registriert. Erkrankungshäufungen, wie sie gegenwärtig in einigen Regionen Österreichs und der USA vorkommen, sind bei uns aber nicht bekannt.

Einen effektiven Schutz bietet die Impfung, die in Kombination mit Masern und Röteln ( MMR ) angeboten wird. Alle Kinder sollten zweimal geimpft sein, bevor sie zwei Jahre alt werden. Die Impfung kann jederzeit bis zum 17. Lebensjahr nachgeholt werden, da es sich um eine öffentlich empfohlene Standard impfung für alle Kinder und Jugendlichen handelt.

Urlauber, die in Regionen mit gehäuften Masern- oder Mumpserkrankungen reisen und nicht geimpft sind bzw. die Krankheiten nie durchgemacht haben, sollten mit ihrem Arzt über die Notwendigkeit einer Impfung sprechen. Denn : Auch Erwachsene können sich impfen lassen. Allerdings erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Impfung für Erwachsenen nur in besonderen Fällen. Es ist daher also ratsam, vor der Impfung auch bei der Kasse nachzufragen. Hilfreich kann außerdem die reisemedizinische Beratung in einem Gesundheitsamt sein. ( ukl )

leserfragen@regio-m.de